Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Glossar Psychiatrie / Psychosomatik / Psychotherapie / Neurologie / Neuropsychologie
 

Chinesische Kräutermedizin ein unvollständiger Beipackzettel

Problematisch in China wie bei uns bei Nutzung traditioneller Medizin ist häufig, dass die Zubereitungen nicht deklarierte Substanzen enthalten, darunter nicht selten sehr wirksame westliche Medikamente und Schwermetalle (siehe auch Chi YW, Chen SL, Yang MH, Hwang RC, Chu ML.) in nicht überprüfbaren Konzentrationen und Mischungen. Aber auch Vergiftungen mit Akonitin (in 'chuanwu' und 'caowu' und andern Käutern mit der Gefahr von Herzrhythmusstörungen und Tetraplegien Dickens P, Tai YT, But PP, Tomlinson B, Ng HK, Yan KW. oder Chan TY, Tomlinson B, Tse LK, Chan JC, Chan WW, Critchley JA .  oder Tai YT, But PP, Young K, Lau CP. oder But PP, Tai YT, Young K. oder Chan TY, Tomlinson B, Chan WW, Yeung VT, Tse LK.  Chan TY, Tomlinson B, Critchley JA, Cockram CS.  Chan TY.) , Podophyllin oder Anticholinergika (besonders in Yangjinhua und Panax Ginseng der mit Mandragora officinarum (Scopolamin) verunreinigt sein kann aber auch bei anderen Kräutern) kommen nicht ganz selten vor. Auch chinesische Toxikologen raten vom Gebrauch ab. Besonders bei Kindern. Blei, Quecksilber (cinnabar und andere) Mangan (Valstar E.  de Smet PA.  de Krom MC, Boreas AM, Hardy EL.) und Arsenvergiftungen auch bei Säuglingen und Schwangeren sind keine Seltenheit (Vet Hum Toxicol 1994 Jun;36(3):238-40). Nicht deklariertes Cortison und Diazepam (Valium) in den Kräutern kommt durchaus vor (de Smet PA, Wagenaar HW, Smeets OS.   Gertner E, Marshall PS, Filandrinos D, Potek AS, Smith TM) Auch tödliche Leberschäden (Gut 1995 Jan;36(1):146-7oder Perharic L, Shaw D, Leon C, De Smet PA, Murray VS. oder But PP, Tomlinson B, Lee KL.) und erhebliche Verunreinigungen mit ansteckenden Bakterien (Scott Med J 1998 Feb;43(1):7-15)durch die Kräuter kommen vor. Selbst nicht deklarierte Zubereitungen mit Phenytoin, Carbamazepin und Valproat in Kombination sind beschrieben und haben zu einem Koma durch Phenytoinvergiftung geführt (Hum Exp Toxicol 2000 Jul;19(7):385-6) Einschränkungen der Spermamobilität bis hin zu Unfruchtbarkeit sind für manche Kräuter (Caesalpinia sappan) ebenfalls berichtet. Verweiblichungen mit Brustwachstum (Gynäkomastie) bei Männern sind ebenfalls berichtet.( Goh SY, Loh KC. )Kombinationen von Medikamenten mit der Folge von Schlaganfall, Leber- Nierenversagen, schwersten Herzrhythmusstörungen, Lungenembolien sind ebenfalls berichtet (Med J Aust 1992 Oct 5;157(7):484-6)  Allergien und Krebsverursachung sind gut dokumentiert (Ernst E.). Eine Erhöhung der Blutungsneigung kommt insbesondere bei Feverfew, Knoblauch, Ingwer, Ginkgo, und Ginseng vor und kann bei Operationen und Unfällen zu verlängerten und verstärkten Blutungen führen. Tödliche Vergiftungen kommen  durchaus vor, sie sind in so fern bedauerlicher als ein Wirkungsnachweis fehlt. Dies gilt auch für Kräutertees die von der Kontaktdermatitis bis zum fulminanten Leberversagen und Tod alle möglichen Nebenwirkungen haben können Ridker PM.. Eine Sicherheitsüberwachung fehlt bisher ebenfalls, bzw. ist erst im Entstehen, (Drug Saf 1997 Oct;17(4):209-15) Chan TY, Critchley JA. Department of Clinical Pharmacology, Chinese University of Hong Kong.Usage and adverse effects of Chinese herbal medicines.Hum Exp Toxicol 1996 Jan;15(1):5-12. Related Articles,  Belgische Ärzte haben herausgefunden, dass ein Bestandteil Chinesischer Kräutermedizin, Aristolochia fangchi, der schon mit Nierenversagen in Verbindung gebracht wurde, auch Krebs auslösen kann, berichtete das British Medical Journal www.bmj.com im Juni 2000. Meldungen über Nierenversagen durch diese Kräutermedizin gab es bereits seit 1992. Die Kräuter können in erheblichem Maß mit Pestiziden, Insektiziden und Schimmel verunreinigt sein. So werden einigen "Kräutermischungen" aus Fernost auch bis zu 30 Prozent mineralische und tierische Produkte beigemischt (BSE lässt grüßen). Die Liste reicht von Arsen über Cadmium, Blei, Quecksilber, Thallium bis zu Zink. "Der weit verbreitete Glaube, pflanzliche Arzneimittel seien frei von Nebenwirkungen, ist falsch. Häufig sind sie weder sanft noch natürlich im Hinblick auf die starke Kontamination", warnt Dr. Birgitta Weltermann von der Techniker Krankenkasse (TK)Patienten einer belgischen Gewichtsreduktionsklinik hatten Stephania tetrandra verschrieben bekommen, durch einen Fehler in der Herstellung enthielt das Präparat zusätzlich Aristolochia. Die meisten Patienten nahmen das Präparat für etwa ein Jahr. Von den Patienten die irrtümlich Aristolochia fangchi einnahmen entwickelten 18 eine Krebserkrankung der Harnwege oder Nieren. Diese 18 Patienten hatten bereits wegen einer anderen Kombination zweier chinesischer Kräuter (Stephania tetrandra und Magnolia officinalis) und daraus resultierendem schwerem Nierenversagen eine Dialyse oder eine Nierentransplantation benötigt. Aufgefallen war das Ausmaß der Krebsgefährdung erst bei der Transplantation und der dabei durchgeführten Untersuchung der entfernten Harnwege. Die Forscher boten deshalb 43 anderen Patienten, die wegen Niereninsuffizienz ausgelöst durch diese chinesischen Kräuter in Behandlung waren, eine vorbeugende Entfernung der Nieren an. 39 akzeptierten diese Behandlung, von diesen wurde bei 18 eine Krebserkrankung diagnostiziert, was einem Prozentsatz von 46 entspricht. 19 der 21 die noch keinen Krebs hatten, hatten bereits Vorstufen von Krebs. Die Rate der Krebserkrankungen war dosisabhängig. Fälle von Nierenversagen durch Aristolochia wurden auch aus Frankreich, Großbritannien, Spanien,  Japan, Taiwan und den Vereinigten Staaten berichtet. Schätzungen in Belgien gehen davon aus, dass etwa 10 000 Patienten, überwiegend Frauen, mit diesen chinesischen Kräutern behandelt wurden. Versuche, diese Patienten alle zu erreichen und zu untersuchen, sind im Gange. 1502 (zu 87 Prozent Frauen) sollen sich gemeldet haben, von diesen galten aufgrund der Dosis und Einnahmedauer etwas weniger als die Hälfte als hochgradig gefährdet, bei den anderen wurde wegen der geringen Dosis und kurzen Einnahmedauer von einem nur geringen Risiko ausgegangen. Erinnert wird an Veröffentlichungen zu Schöllkraut, das bei Leber- und Galleerkrankungen helfen soll. Ein Nachweis der Wirksamkeit fehlt. Hinweise auf von Schöllkraut verursachte Leberschäden sind aber vorhanden. (nach Arzneitelegramm). Erinnert wird in diesem Zusammenhang auch an eine Warnung der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft zu Meldungen über Nebenwirkungen von  Kava- Kava- Präparaten. Präparate mit Extrakten des Kava-Kava-Wurzelstockes (Piper methysticum = Rauschpfeffer) sind zur Behandlung nervöser Angst-, Spannungs- und Unruhezustände indiziert und werden gerade auch in der Selbstmedikation häufig angewendet.  Auch wenn das Desaster in Belgien auf einen Fehler in der Herstellung zurückgeht, so macht es doch noch einmal deutlich, Medizin ohne Nebenwirkungen gibt es nicht. Überall dort wo dieses versprochen wird, ist besonderes Misstrauen angebracht. Richtiger wäre oft Medizin mit unbekannten Nebenwirkungen. Kräutermedizin muss sich an wissenschaftlichen Standard hinsichtlich Wirkung und Nebenwirkungen messen lassen. Eine Therapie über Nahrungsergänzungsbestandteile kann ein riskantes Unterfangen sein. Für alle alternativen Heilmethoden sollten endlich die selben Standards der Überprüfung der Wirksamkeit und vor allem auch der Nebenwirkungen gelten, wie sie in der häufig kritisierten Schulmedizin Standard sind.  Kava-Kava bleibt weiter Bestandteil einer Angstbehandlung auf pflanzlicher Basis. Die Kenntnis der Nebenwirkungen lässt aber eine bessere Nutzen- Risiko- Abwägung  zu. Vor allem ist wichtig, dass Nebenwirkungen auch als solche erkannt werden. Nur so kann rechtzeitig reagiert werden. Der Hinweis es ist pflanzlich, also harmlos, zeugt von Unkenntnis.   
 

 

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Insbesondere dem ICD 10, dem DSM IV, AMDP- Manual, Leitlinien der Fachgesellschaften, Lehrbuch VT von J.Mragraf, Lehrbuch der analytischen Therapie von Thomä und Kächele, Lexika wie dem Pschyrembel, verschiedene Neurologie- und Psychiatrielehrbücher, Literatur aus dem Web, außerdem einer Vielzahl von Fachartikeln aktueller Zeitschriften der letzten 10 Jahre.Möglicherweise sind nicht alle (insbesondere kleinere) Zitate kenntlich gemacht. Durch Verwendung verschiedener Quellen konnte eine Mischung aus den unterschiedlichen Zitate nicht immer vermieden werden. Soweit möglich wird dies angezeigt. Falls sich jemand falsch oder in zu großem Umfang zitiert findet- bitte eine E-Mail schicken. Bitte beachten Sie: Diese Webseite ersetzt keine medizinische Diagnosestellung oder Behandlung. Es wird hier versucht einen Überblick über den derzeitigen Stand der medizinischen Forschung auch für interessierte Laien  zu geben, dies ist nicht immer aktuell möglich. 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