Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Glossar Psychiatrie / Psychosomatik / Psychotherapie / Neurologie / Neuropsychologie
 

Commotio cerebri - Contusio cerebri

Bei der Commotio cerebri (Gehirnerschütterung) kommt es nach einem stumpfen Hirntraum zum Bewusstseinsverlust oder -trübung und vegetativen Reaktionen (Erbrechen, Blässe, Herzklopfen.....), die voll rückbildungsfähig sind. Häufig besteht eine Amnesie für kurze Zeit vor oder auch nach dem Unfallereignis. Immer besteht eine Amnesie für die Dauer der Bewusstseinsstörung. Postkommotionelle Beschwerden dauern manchmal Wochen bis Monate. Am häufigsten sind Kopfschmerzen, Schwindel, Schwitzen, Überempfindlichkeit gegenüber Alkohol. Bettruhe nach dem Trauma macht die Beschwerden eher wahrscheinlicher. Normale Alltagsaktivität ohne Überforderung ist sinnvoller.

Im Rahmen einer Gehirnerschütterung (Commotio cerebri) kann es zu einem Anfallsartigen Geschehen kommen, das englisch als "concussive convulsion" bezeichnet wird. Sofern diese anfallsartigen Symptome Sekunden nach dem Trauma auftreten und bis wenige Minuten dauern, von einer tonischen Phase eingeleitet werden und dann in eine klonische Phase übergehen, keine oder eine kurze Reorientierungszeit besteht, handelt es sich um allermeistens harmlose Phänomene. In der Regel ist sowohl der klinisch neurologische Befund als auch eine evtl. durchgeführte  Bildgebung unauffällig. Die Prognose ist gut, es kommt zu keinen strukturellen Hirnschaden und zu keiner Epilepsie. Eine spezielle Behandlung ist nicht erforderlich. Pathophysiologisch wird eine kurze traumatische funktionelle Dezerebration angenommen, bei der die kortikalen Hemmmechanismen unterdrückt werden.   Perron AD, Brady WJ, Huff JS.Acad Emerg Med. 2001 Mar;8(3):296-8  N Engl J Med  356:166-172  und 2007;356(17):1794.

Bei der Contusio cerebri kommt es im Gegensatz zur Commotio zu einer substantiellen Hirnverletzung infolge stumpfer Gewalteinwirkung. Es besteht meist ein initialer Bewusstseinsverlust. Im Verlauf kann je nach Lokalisation oder Ausmaß über ein akutes hirnorganisches Psychosyndrom eine vollständige Restitution eintreten, oder das akute in ein chronisches organisches Psychosyndrom übergehen.

Definition

Diagnostische Hauptkriterien

Schädelprellung

ohne Hirnbeteiligung

-kein Bewusstseinsverlust -keine neurolog. Ausfälle -keine EEG Veränderungen -Allgemeinsymptome möglich

Commotio cerebri

voll reversible Hirnfunktion

-Bewusstlosigkeit <1h -Amnesie <8h -EEG Veränderungen <24h -keine neurolog. Ausfälle

Contusio cerebri

mit funktionell / morphologisch fassbarer Hirnsubstanzschädigung

-Bewusstlosigkeit >1h oder -neurolog. Auffälligkeiten (fokal / HOPS) oder -EEG Veränderungen >24h oder -Nachweis morphologischer Substanzschädigung


 

Quellen / Literatur:

Siehe auch unter Schädelhirntrauma ( wann zum CCT ?) Bezüglich der Prognose siehe auch unter: Firsching, Prof. Dr. med. Raimund; Woischneck, Dr. med. Dieter; Reissberg, Dr. med. Steffen; Döhring, Prof. Dr. med. Wilfried; Peters, Brigitte,Prognostische Bedeutung der MRT bei Bewusstlosigkeit nach Schädel-Hirn-Verletzung Dtsch Arztebl 2003; 100: A 1868–1874 [Heft 27]

 

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Insbesondere dem ICD 10, dem DSM IV, AMDP- Manual, Leitlinien der Fachgesellschaften, Lehrbuch VT von J.Mragraf, Lehrbuch der analytischen Therapie von Thomä und Kächele, Lexika wie dem Pschyrembel, verschiedene Neurologie- und Psychiatrielehrbücher, Literatur aus dem Web, außerdem einer Vielzahl von Fachartikeln aktueller Zeitschriften der letzten 10 Jahre.Möglicherweise sind nicht alle (insbesondere kleinere) Zitate kenntlich gemacht. Durch Verwendung verschiedener Quellen konnte eine Mischung aus den unterschiedlichen Zitate nicht immer vermieden werden. Soweit möglich wird dies angezeigt. Falls sich jemand falsch oder in zu großem Umfang zitiert findet- bitte eine E-Mail schicken. Bitte beachten Sie: Diese Webseite ersetzt keine medizinische Diagnosestellung oder Behandlung. Es wird hier versucht einen Überblick über den derzeitigen Stand der medizinischen Forschung auch für interessierte Laien  zu geben, dies ist nicht immer aktuell möglich. 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