Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Glossar Psychiatrie / Psychosomatik / Psychotherapie / Neurologie / Neuropsychologie
 

Euthanasie

In ihrem Vorhaben beriefen sich die Nationalsozialisten auf Darwins »Die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl oder Die Erhaltung der begünstigten Rassen im Kampf ums Dasein « 1920 propagierten der Jurist Binding und der Psychiater Hoche die »Lebensverkürzung «schwer Verwundeter oder Kranker sowie die Tötung von »Ballastexistenzen «und »geistig Toten «,um Kosten zu sparen. Dabei wurde nicht nur an die »Ausmerzung « von »Minderwertigen « sonder auch an die Sterilisierung gedacht. Hitler fordert bereits 1929, 700 000 bis 800 000 der Schwächsten zu „beseitigen ". 1930 fordern die -»Nationalsozialistischen Monatshefte «„Tod dem lebensunwerten Leben ". Nach dem »Ermächtigungsgesetz « vom 24.März 1933 -setzt nicht nur eine verstärkte Verfolgung politischer Gegner und »Krimineller « ein, sondern es werden bereits »Arbeitsscheue « in KZs eingesperrt. Das -» Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses «(Sterilisierungsgesetz) wird bereits am 14.Juli 1933 beschlossen und führt bereits zu ersten »Euthanasie «-Maßnahmen, und Sterilisationen. Die Gesamtzahl der in Deutschland zwischen 1934 und 1945 zwangssterilisierten Personen liegt mindestens bei 300 000 bis 350 000. Häufige Diagnosen die Anlass gaben waren „Schwachsinn ", "Schizophrenie", „Erbliche Fallsucht (Epilepsie)". Im Oktober 1939 beginnt die Tötung der »Geisteskranken « wie die Vernichtung der Juden - mit Einzelerschießungen. Bis Juli 1940 waren in den Vergasungsanstalten über 70000 Menschen getötet worden. Von 1939 bis 1945 wurden fast 200 000 wehrlose Menschen umgebracht. Ihr Leben wurde als lebensunwert "bezeichnet, ihre Ermordung hieß „Euthanasie ".Sie starben in den Gaskammern von Grafeneck, Brandenburg, Hartheim, Pirna, Bernburg und Hadamar. Sie starben durch Exekutionskommandos, durch geplanten Hunger und Gift. Die Täter waren Wissenschaftler, Ärzte, Pfleger, Angehörige der Justiz, der Polizei, der Gesundheits-und Arbeitsverwaltungen. Die Opfer waren arm, verzweifelt, aufsässig oder hilfsbedürftig. Sie kamen aus psychiatrischen Kliniken und Kinderkrankenhäusern, aus Altenheimen und Fürsorgeanstalten, aus Lazaretten und Lagern. Die T4-Aktion wurde nach der Rücknahme des „Euthanasieerlasses“ am 24. August 1941 in vielen Anstalten in ganz Deutschland in ungeregelter, willkürlicher Form fortgesetzt. Die Tötung psychisch kranker Juden und die T4-Aktion werden im Nachhinein als ein Probelauf für den Holocaust gesehen. Späteren Vernichtungsaktionen an Juden, Sinti, Roma und Homosexuellen dienten sie als „Vorbild“. Die Zahl der Opfer ist groß, gering die Zahl der verurteilten Täter. Ernst Klee; Euthanasie im NS- Staat,Die "Vernichtung lebensunwerten Lebens", Fischer Taschenbuch Verlag, 1995 Viele Menschen wurde von nationalsozialistischen Ärzten zu unwürdigen Menschenexperimenten missbraucht. Dabei scheinen (durchaus prominente) Teile der deutschen Ärzteschaft von Anfang an freiwillig und willfährig dabei gewesen zu sein. Der Arzt Mengele in Auschwitz SS-Arztes Hauptsturmführer gilt als Inbegriff der Menschenverachtung. Als die verbrecherischen Menschenversuche 1946/47 im Nürnberger Ärzteprozess zur Verhandlung standen, zeigten sich die angeklagten Ärzte als weitgehend frei von Unrechtsbewusstsein. Viele von ihnen waren offenbar keine Sadisten, manche nicht einmal überzeugte Nazis, die meisten dagegen engagierte Ärzte, ehrgeizige Hochschullehrer und vor allem beseelt von einem - pervertierten Forschungsdrang und Ehrgeiz. Gerade aus der Tatsache, dass die Ärzte die zu solch unmenschlichen Handlungen in der Lage waren, sonst keine Bestien waren, sollte Psychologie, Juristen und Politik Lehren für die Prävention ziehen. Mitscherlichs Medizin ohne Menschlichkeit berichtet ausführlich über die ärztliche Beteiligung an den Verbrechen gegen die Menschlichkeit im dritten Reich. Amerikanische Autoren berichten, dass ein Klassiker der Anatomielehrbücher von Eduard Pernkopf soll wissentlich mit den Körpern von Ermordeten entstanden sein, sein Kollege Professor Dr Hermann Voss aus Posen nutzte die Körper der Ermordeten in seinem Anatomieunterricht und soll sogar Leichteile verkauft haben. Der Neuropathologe Professor Dr Julius Hallervorden, Direktor des Kaiser-Wilhelm Institute für Psychiatrie in Berlin-Buch soll die Euthanasieprogramme genutzt haben um die Gehirne von Opfern für seine Sammlung zu erhalten. Der Psychiater Professor Dr Ernst Rudin, Director des Kaiser-Wilhelm Instituts für Psychiatrie in München solle einer der Vordenker und Planer der Zwangssterilisation gewesen sein. Der Psychiatrie Professor Dr Karl Schneider, aus Heidelberg soll das Euthanasieprogramm für seine Forschung genutzt haben, dabei soll er Opfer vor und nach der Hinrichtung untersucht haben und deren Gehirne seziert haben. Antisemitismus war auch in der kommunistischen Sowjetunion eine Methode von inneren Schwierigkeiten abzulenken, Anfang 1953 ließ Stalin gegen neun jüdische Ärzte einen Schauprozess wegen Hochverrats führen, auch in den Jahren nach Stalins Tod blieb der Antisemitismus eine aktuelle Methode der Volksverdummung.
 

Experimente mit lebenden KZ-Häftlingen in Dachau um die Effekte des Druckverlustes, der Kälte usw. für Piloten zu testen

Experimente mit lebenden KZ-Häftlingen im Eiswasser, Mengele Opfer in Auschwitz
Das früh gleichgeschaltete Ärzteblatt, auch ein Synonym für viele ärztliche Mitläufer und aktive Nazis als Täter.
 

 

Quellen / Literatur:

The Soviet "Doctors' Plot"-50 years on, A Mark Clarfield, BMJ 2002; 325: 1487-1489. [Full text] [PDF]   Verwandtes siehe Richter, Dr. med. Eva A. Ärzte im Dienst der Staatssicherheit – „Zwischen Feigheit und Gewinnsucht“ Deutsches Ärzteblatt 99, Heft 31-32 vom 05.08.02, Seite A-2081

 

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Insbesondere dem ICD 10, dem DSM IV, AMDP- Manual, Leitlinien der Fachgesellschaften, Lehrbuch VT von J.Mragraf, Lehrbuch der analytischen Therapie von Thomä und Kächele, Lexika wie dem Pschyrembel, verschiedene Neurologie- und Psychiatrielehrbücher, Literatur aus dem Web, außerdem einer Vielzahl von Fachartikeln aktueller Zeitschriften der letzten 10 Jahre.Möglicherweise sind nicht alle (insbesondere kleinere) Zitate kenntlich gemacht. Durch Verwendung verschiedener Quellen konnte eine Mischung aus den unterschiedlichen Zitate nicht immer vermieden werden. Soweit möglich wird dies angezeigt. Falls sich jemand falsch oder in zu großem Umfang zitiert findet- bitte eine E-Mail schicken. Bitte beachten Sie: Diese Webseite ersetzt keine medizinische Diagnosestellung oder Behandlung. Es wird hier versucht einen Überblick über den derzeitigen Stand der medizinischen Forschung auch für interessierte Laien  zu geben, dies ist nicht immer aktuell möglich. 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