Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Glossar Psychiatrie / Psychosomatik / Psychotherapie / Neurologie / Neuropsychologie
 

femoralis, Nervus

(aus den Nervenwurzeln L1-L4), stärkster Ast des Plexus lumbalis, zieht auf dem M. iliacus durch die Lacuna musculorum zum Oberschenkel. Er innerviert die Muskeln der Oberschenkelvorderseite: M. iliopsoas, M. quadriceps femoris, M. sartorius; den M. pectineus innerviert er zusammen mit dem N. obturatorius. Hautäste: Rami cutanei anteriores: zur Haut der Oberschenkelvorderseite, N. saphenus: folgt den Vasa femoralia in den Adduktorenkanal, durchbricht die Sehnenplatte zwischen dem M. vastus medialis und dem M. adductor magnus und läuft in der Nähe der V. saphena magna bis zum Medialrand des Fußes. Der N. saphenus innerviert mit seinem Ramus infrapatellaris die Haut der vorderen Kniegegend, mit den Rami cutanei cruris mediales innerviert er sensibel die Medialseite von Unterschenkel und Fuß. Lähmung der Hüftbeuger und Kniestrecker (Mm. iliopsoas et quadriceps femoris) führt zu Gangunsicherheit bzw. Gehen mit versteiftem Knie, was Sekundärschäden am Gelenk verursachen kann, und zu Schwierigkeiten beim Treppensteigen und Aufrichten aus dem Sitzen. Die Abgrenzung gegen eine Wurzelläsion L4 wird durch die Aussparung der Adduktorengruppe ermöglicht, eine Abgrenzung gegen die diabetische Amyotrophie ebenfalls durch deren weitergehende Ausfälle. Läsionen kommen nach abdominellen und Hüftoperationen vor, bei malignen Lymphomen und Psoashämatomen unter Antikoagulation. Auch chronischer perkutaner Druck kommt als Ursache in Betracht. Der N. saphenus als sensibler Endast für den medialen Unterschenkel kann durch Varizen- oder Knieoperation und körperliche Belastung (Druck im Hunter-Kanal am distalen Oberschenkel unter dem M. sartorius) geschädigt werden. Bei einer oberen Lähmung ist der M. iliopsoas (Hüftbeuger) betroffen, dieser fällt allerdings nicht vollständig aus, da der M. psoas major auch durch Äste direkt aus dem Plexus lumbalis (L2 u. L3) versorgt wird. Dennoch entsteht eine Beeinträchtigung beim Gehen und Steigen. Bei einer Lähmung nach Abgang der Äste zum M. iliopsoas kommt es zu einer Lähmung des vorderen Oberschenkelmuskels (M. quadrizeps femoris), dem wichtigsten Kniestrecker, entsprechend fällt damit auch der Patellarsehenenreflex aus. Gehen bleibt dabei etwas mühsamer möglich, beim bergauf gehen kann man mit dem betroffenen Bein nicht vorausgehen, beim bergab gehen muss das betroffene Bein immer als erstes nach vorne genommen werden. Weniger bedeutsam ist die Lähmung des M.sartorius (Beuger und Außenrotator im Hüftgelenk) und des M. pectineus der an der Hüftadduktion beteiligt ist. Ursachen seiner Schädigung können in einer durchgebrochenen Blinddarmentzündung oder einer Blinddarmoperation einer solchen liegen, kommen auch nach TEP der Hüften, selten auch nach Leistenbruchoperationen vor. Ganz selten auch nach Arteriographien, nach einsetzen eines Aortofemoralen Bypass, nach Gebährmutterentfernungen. Spontane Lähmungen kommen auch nach plötzlicher Überstreckung der Hüfte bei einem Unfall oder beim Sport vor, sehr selten nach intraglutäalen Injektionen, wenn mit einer langen Nadel über den Beckenkamm hinaus gestochen wird. Bei Blutgerinnungsstörungen durch große Hämatome (Psoashämatom, sowohl unter Markumar als auch sehr selten unter Ass. Nicht ganz selten kommt eine Femoralislähmung als Mononeuritis beim Diabetes m. vor. Möglicherweise ist diese auf Druchblutungsstörugen zurückzuführen, sie bildet sich meistens gut zurück. Berichtet wird sie auch als Folge einer schweren Spondylose bei älteren Patienten, dann öfters mit Läsionen anderer Teile des Plexus lumbalis gemeinsam. Der sensible Ast des N. Femoralis der N saphenus wird manchmal bei der Entfernung des mittleren Meniskus verletzt, auch bei der Operation von Krampfadern (Herausziehen längerer Abschnitte der Vena saphena magna kann der N. saphenus verletzt werden. Meist entstehen (in etwa zur Hälfte reversible) sensible Ausfälle, manchmal bildet sich ein schmerzhaftes Neurom, das operativ entfernt werden muss. Die Saphenusneuropathie ist ein Enpasssyndrom durch mechanische Kompression des Nerven im Hunterschen Kanal oder bei Reizung durch eine Venenentzündung der daneben liegenden Vena saphena interna. Sie äußert sich mit Schmerzen und einem Schweregefühl am Oberschenkel oberhalb des Knies, und am Unterschenkel, nimmt beim Gehen zu, im weiteren Verlauf können auch Sensibilitätsstörungen an der Innenseite des Unterschenkels auftreten. Der N. saphenus ist dann im unteren Drittel des Oberschenkels auch druckempfindlich, der Schmerz wird beim umgekehrten Lasègue verstärkt. Lokalanästhesie und Kortisoninjektionen helfen manchmal, wenn nicht hilft oft nur die Spaltung des Hunterschen Kanals. Hauptsächliche Verwechslungsmöglichkeit der Femoralisparesen sind Wurzelkompressionen L3 und L4 mit daraus folgender Lähmung der Kniestrecker und PSR – Ausfall.
 

 

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