.
|
Aneurisma oder Aneurysma der Hirngefäße |
Blutungen aus diesen Gefäßaussackungen nennt man Subarachnoidalblutungen. Es blutet hierbei in der Regel in die äußeren Hirnwasserräume unter die Spinnwebhaut des Gehirns in Unterscheidung zu Blutungen in das Hirngewebe selbst (intrazerebrale Blutung), oder in die Hirnwasserkammern (Ventrikelblutung).
Das Gehirn
wird von
den beiden
vorne am
Hals aus
der
gemeinsamen
Halsschlagader
hervorgehenden
Arteriae
carotis
internae
oder
inneren
Halschlagadern
und den
wesentlich
kleineren
Vertebralarterien
(auch
Wirbelbogenarterien),
die durch
die
Halswirbelsäule
und das
Hinterhauptloch
durch in
den Kopf
ziehen
versorgt.
Die beiden
Vertebralarterien
vereinigen
sich zur
Arteria
Basilaris
und
versorgen
den
Hirnstamm,
das
Kleinhirn
und die
Sehrinde
des
Gehirns.
Beim
Eintritt
in das
Gehirn
verlieren
die
Arterien
den
überwiegenden
Teil ihrer
äußeren
stabilisierenden
Schichten.
Sie sind
damit
wesentlich
dünnwandiger
und damit
auch
brüchiger
als
außerhalb
des
Gehirns
überall
sonst im
Körper.
Beim
Durchtritt
durch die
harte
Hirnhaut
durchqueren
die
Blutgefäße
den
Subarachnoidalraum
an der
Schädelbasis,
dort gibt
es eine
kleinen
Verbindungskreislauf
zwischen
den
genannten
Arterien,
den
Circulus
Wilisii.
Wenn eines
der
zufließenden
Gefäße
verengt
ist oder
von
vorneherein
hypoplastisch
angelegt
ist, kann
so ein
Ausgleich
durch
andere
Gefäße
erfolgen.
Da die
Hirngefäße
dünnwandig
sind,
kommt es
hier auch
leichter
als
anderswo
im Köper
zu
Aussackungen
kommen.
Wenn eine
dieser
Aussackungen
platzt
blutet es
in den
Subarachnoidalraum,
dann
spricht
man von
einer
Subarachnoidalblutung
(SAB).
Typisch
ist ein
plötzlicher
heftiger
Kopfschmerz,
der von
den
Patienten
als der
„schlimmste
Kopfschmerz
ihres
Lebens“
beschrieben
wird. Der
Schmerz
entwickelt
sich
innerhalb
weniger
Sekunden
und
erreicht
innerhalb
weniger
Minuten
sein
Maximum.
Dieser
heftige
Kopfschmerz
kann aus
völliger
Ruhe
heraus
aber auch
nach einer
kurzfristigen
Erhöhungen
des
Hirndrucks
beim
Stuhlgang,
körperlicher
Anstrengung,
Heben
schwerer
Lasten,
Geschlechtsverkehr
etc.
auftreten.
Häufig
besteht
eine
Nackensteifigkeit
nicht
selten
auch eine
Veränderung
der
Bewusstseinslage. Die Leitsymptome der Subarachnoidalblutung (SAB) sind
zwar akut einsetzende Kopf-
und Nackenschmerzen und eine akute Bewusstseinsstörung,
allerdings berichten nur die Hälft der Patienten nach einer SAB über einen
blitzartigen Beginn in Bruchteilen von Sekunden, die andere Hälfte beschreibt
einen Beginn innerhalb von Sekunden oder wenigen Minuten. Von all den Patienten,
die einen blitzartig einschießenden Kopfschmerz beschreiben, haben nur 10% eine
SAB. In solchen Fällen muss allerdings immer eine SAB ausgeschlossen werden.
Nackensteife, Übelkeit, Erbrechen, Lichtscheu und Atemstörungen sind weitere
häufige Symptome, die jedoch erst Stunden nach der Blutung auftreten können.
Krampfanfälle (in 6–16% Erstsymptom, heftige
postiktale Kopfschmerzen legen den Verdacht nahe)
oder fokale neurologische Defizite
in der Initialphase sprechen für ein zusätzliches intrazerebrales Hämatom.
Plötzlich beginnende Verwirrtheitszustände sind in 1-2% der Patienten das
Initialsymptom. Diese typischen Symptome, v.a. der explosionsartige Kopfschmerz,
werden jedoch nur von der Hälfte der SAB-Patienten beschrieben; die anderen
geben eine zunehmende Kopfschmerzintensität über Minuten an. Umgekehrt bestätigt
sich nur bei 10 % der Patienten mit hammerartig einsetzenden Kopfschmerzen. Eine
der SAB vorausgehende Zeit mit allgemeinem Krankheitsgefühl kann auf ein
septisches Aneurysma hinweisen, auch wenn keine Herzklappenerkrankung bekannt
ist. Spinale arterio-venöse Malformationen verursachen häufiger zunächst
tiefersitzende Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in beide Schultern, oft einen
heftigen Stich zwischen den beiden Schulterblättern. Bei vorausgehender
HWS- Manipulation (Einrenken) oder einem HWS-Trauma muss an eine
Vertebralarteriendissektion gedacht werden. Eine monokulare Erblindung kann auf
ein sehr großes Aneurisma der A. communicans anterior hinweisen. Eine komplette
Okulomotoriusparese kann auf ein rupturiertes Aneurysma der A. Carotis interna
am Abgang der A. communicans posterior hinweisen, aber auch auf ein Aneurysma an
der Basilarisbifurkation oder A. cerebelli superior. Abduzensparesen im
Rahmen einer akuten SAB entstehen durch die Hirndruckerhöhung und sind meist
beiderseitig. Akute Erblindung und Augenmuskellähmung in Kombination kann auf
eine akute Blutung in die Hypophyse bei zuvor langsam wachsendem Tumor dort
zurückgehen, meist geht dann ein dumpfer Schmerz hinter dem Auge, Müdigkeit und
ein allmählicher Sehverlust oder eine Gesichtsfeldeinengung voraus. Lähmungen
der unteren Hirnnerven weisen auf eine Vertebralarteriendissektion oder eine Carotisdissektion am Hals als Ursache hin. Cerebelläre Zeichen oder
Hirnstammzeichen wie Dysmetrie, skandierende Sprache, rotatorischer Nystagmus
oder Horner- Syndrome, legen ebenfalls den Verdacht auf eine
Vertebralisdissektion nahe.
Etwa 3 % aller Schlaganfälle werden durch Subarachnoidalblutungen verursacht. Jährlich erleiden etwa 5,6-10 von 100
000 Personen eine SAB, die angegeben Zahlen sinken dabei, dadurch dass es
zunehmend besser möglich ist andere Ursachen auszuschließen. Frauen haben ein
1,6 fach höheres Risiko als Männer, die Schwarze Bevölkerung in den USA ein
2,1-fach höheres Risiko, in Finland (21,4/100 000) und Japan ist die Inzidenz
deutlich höher als im Rest der Welt. Eine SAB ist eine Blutung unter die
Spinnwebhaut des Gehirns. Die Ursache einer SAB ist in 85% ein rupturiertes
Aneurysma, eine nicht-aneurysmale perimesenzephalische Blutung mit sehr guter
Prognose ist in 10% die Ursache, andere Ursachen sind mit 5% selten. Etwa 2-5%
der Bevölkerung haben ein Aneurisma, also eine durch angeborene
Bindegewebschwäche bedingte Aussackung eines Hirngefäßes. Nach eine
Schädelfraktur kann eine durale arteriovenöse Malformation (AVM) die Ursache
sein. Die Katheterangiographie wird in der Diagnostik zunehmend durch die CT und
NMR Angiographie ersetzt.
Am ersten
Tag des
Ereignisses
ist die
Blutung im
CCT in
fast 100%
sichtbar,
in 85%
nach fünf
Tagen und
30 % nach
zwei
Wochen. Im
Verdachtsfall
wird bei
unauffälligem
CCT eine
Lumbalpunktion
druchgeführt. Bei
83,4/100,000 ist ein Aneurysma bekannt. (Menghini
VV ) Am häufigsten tritt eine SAB in der 5. und 6. Lebensdekade auf.
Risikofaktoren sind arterielle Hypertonie, Rauchen und Hypercholesterinämie,
Drogen und fraglich Kontrazeptiva. 5-20 % der SAB-Patienten haben eine positive
Familienanamnese. Menschen mit einer autosomal dominanten polyzystischen
Nierenerkrankung haben ein deutlich erhöhtes Risiko, machen aber nur 2% der
Patienten mit einem Aneurysma aus. Andere Bindegewebsschwächen verursachen
ebenfalls ein erhöhtes Risiko (z.B.: Ehlers–Danlos Syndrom IV und
Neurofibromatose, fibromuskuläre Dysplasie, Coarkation Aortae,...) ( Bei
erblicher Veranlagung reduziert sich das Risiko erheblich, das Rauchen
eingestellt wird, der Hochdruck behandelt wird, weniger Alkohol getrunken wird
und das Körpergewicht normalisiert wird. (Kissela
BM, ) Ein Kokainkonsum kann für eine akute Ruptur verantwortlich sein. Die
Ursachen intrakranieller Aneurysmen (Gefäßaussackung) sind multifaktoriell.
Während die Anlage der Aneurysmen wahrscheinlich kongenital erfolgt, (strittig,
da bei Kindern kaum je Aneurysmen gefunden werden) nehmen sie im frühen
Erwachsenenalter aufgrund hämodynamischer Faktoren an Größe zu.
Arteriosklerotische Aneurysmen sind an Hirngefäßen selten, Arteriosklerose ist
aber ein Risikofaktor (2x) für Aneurysmen.
Die ISUIA-Studie 1998
untersuchte an einer großen Patientenzahl den natürlichen Verlauf
nichtrupturierter intrakranieller Aneurysmen. Im Ergebnis (Tabelle) zeigte sich
eine wesentlich geringere Rate an Blutungen als man bisher vermutet hatte.
Die Daten wurden aber wiederholt kritisiert, da rechnerisch daraus resultieren
würde, dass 13 Prozent bis 15 Prozent der Bevölkerung ein asymptomatisches
Aneurysma tragen, was sich in radiologischen Studien bisher so darstellt.
Insgesamt scheint aber auch nach einer neueren
ISUIA Studie
das Risiko bei Patienten mit
einem Aneurysma das kleiner als 7mm ist und bisher nicht geblutet hat gering zu
sein. Es erscheint unwahrscheinlich, dass diese Patienten von einer Operation
profitieren. Bei größeren Aneurysmen ist die Abwägung schwieriger und sollte in
einer neurochirurgischen Abteilung mit entsprechender Erfahrung erfolgen.
Verlauf und Behandlung.
Zur Ruptur
eines
Aneurysmas
kommt es
meist
zwischen
dem 40.
und 60.
Lebensjahr.
Die
Prognose
nach einer
solchen
Ruptur ist
schlecht.
Die Hälfte
der
Patienten
stirbt
innerhalb
eines
Monats.
20%
bleiben
für die
Aktivitäten
des
täglichen
Lebens auf
fremde
Hilfe
angewiesen. Die Daten zum
Verlauf nach Op sind naturgemäß unterschiedlich. Eine große Studie im Lancet
berichtet 2002, dass 190 von 801 (23,7%) Patienten die endovaskulär behandelt
wurden nach einem Jahr entweder nicht mehr selbstständig oder verstorben waren,
verglichen mit 243 von 793 (30,6%) Patienten die offen neurochirurgisch
behandelt wurden. Die relative und absolute Risikominderung Tod oder nicht mehr
selbstständig sein nach einem Jahr betrug 22,6% (95% CI 8·9-34·2) und
6,9% (2·5-11·3), für die endovaskuläre Behandlung und die offene
neurochirurgische Behandlung. Das Risiko einer erneuten Blutung wurde auf 2 pro
1276 und 0 pro 1081nach einem Jahr reduziert. Bei einer Subarachnoidalblutung (SAB) infolge eines Hirnarterienaneurysmas ist die
Mortalität ohne Operation hoch (60% nach 8 Wochen); ca. 30% der Patienten
erleiden innerhalb von 4 Wochen nach der ersten Blutung eine Nachblutung mit
einer primären Mortalität von 43%. Das Rupturrisiko an einem 2. Aneurysma, das
bisher nicht rupturiert ist, liegt zwischen 0,5 Prozent und 2,4 Prozent pro
Jahr, abhängig von Aneurysmagröße, -lokalisation und -konfiguration oder
genetischer, familiärer und individueller Disposition. In 26% der
Fälle treten zerebrale Vasospasmen mit neurologischen Ausfällen auf. Symptome:
Heftiger Kopfschmerz, Nackensteife, Bewusstseinstrübung (in Abhängigkeit von der
Schwere der Blutung), evtl. Hemiparesen bei intrazerebralem Hämatom. Diagnose:
Die Sicherung der Diagnose erfolgt über ein primäres CT zum Nachweis von Blut in
Subarachnoidalräumen und basalen Zisternen.
Die moderne Computertomografie reicht aus,
um bei Patienten , die mit „schlimmsten Kopfschmerzen " zur Notfallbehandlung
kommen , eine SAB mit 97,5 % iger Wahrscheinlichkeit auszuschließen.
Morgenstern LB et al.Ann
Emerg Med 1998 Sep;32(3 Pt 1):297-304
Im CCT ohne Kontrastmittel ist zwar bei sofortiger Untersuchung eine hohe
Treffsicherheit vorhanden, schon nach 3 Tagen sinkt diese auf 75% am Tag 7 auf
50%. Die Kernspintomographie ist am Tag 1 der Blutung mit modernen
Flairsequenzen und dem Gradientenecho ähnlich sensitiv wie das CCT , und kann
Tage zurückliegende Blutungen ebenfalls nachweisen. Außerdem wird zur
Lokalisation der Blutungsquelle eine Angiographie in DSA Technik durchgeführt.
Zum Ausschluss zerebraler Vasospasmen erfolgt eine transkranielle
Dopplersonographie. Im Rahmen der Primärversorgung an kleinen und mittleren
Kliniken wird auch oft eine Lumbalpunktion
durchgeführt. Diese ist im Zweifel auch bei unauffälligem CCT erforderlich. Ein
wasserklarer, unauffälliger Liquor schließt eine SAB innerhalb der letzten 2-3
Wochen aus. Wichtig ist, dass die Punktion erst etwa 6-12 Stunden nach dem
Ereignis sinnvoll ist. Bei blutigem Liquor muss differentialdiagnostisch ein
artifiziell blutiger Liquor in Betracht gezogen werden, der auch durch die
„Drei-Gläser- Probe“ nicht sicher ausgeschlossen werden kann. Die Drei
Gläserprobe gilt als sehr unsicher, die Fehldiagnose SAB kann dabei auch
auslösend für erhebliche Komplikationen sein. Sicherer als der direkte
Blutnachweis, aber auch nicht spezifisch für die SAB, ist eine xanthochrome
Verfärbung des Liquors durch Blutabbauprodukte. Die Xanthochromie entsteht
innerhalb von wenigen Stunden (Grund dafür, dass die Punktion erst nach 6-12
Stunden sinnvoll ist) und ist für bis zu 2 Wochen nach der SAB nachweisbar.
Ferritin und Siderophagen im Liquor können eine SAB auch noch nach 3-4 Wochen
nachweisen, es gibt jedoch auch hierbei falschnegative Befunde. Es wird
geschätzt, dass die Hälfte der Patienten (32 bis 67%)an der Erkrankung
versterben, allein zehn Prozent vor dem Eintreffen des Notarztes oder auf dem
Weg in die Klinik. Wiederum die Hälfte der Patienten, die eine SAB überleben,
tragen langfristig Hirnschäden davon. 1/3 der Überlebenden bleiben auf ständige
Hilfe angewiesen, in einer Studie mit 48 Überlebenden hatten nur 15 nach
eineinhalb Jahren keine wesentliche Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität.
Eine erneute Blutung aus einem nicht ausgeschalteten Aneurysmas ist mit einer
Letalität von 50-70% belastet. Das Nachblutungsrisiko ist mit 4% innerhalb der
ersten 24 Stunden am höchsten. Kumulativ beträgt es 15-20% nach 2 Wochen und 50%
in den ersten 6 Monaten. Danach sinkt es auf 3%/Jahr bei ungeclippten Aneurysmen
und 5%/Jahr bei inkomplett geclippten Aneurysmen. Nachblutungen sind häufiger
bei systolischen Blutdruckwerten über 160 mmHg (Brown, 1990).
Symptomatische Aneurysmen haben ein erhöhtes Risiko. Ein nichtrupturiertes
Aneurysma, das durch eine Hirnnervenparese oder andere fokale neurologische
Symptome auffällig wird, ist mit einem höheren Rupturrisiko assoziiert. In einer
Metaanalyse von neun Studien mit insgesamt 3 907 Patienten betrug das relative
Risiko der Ruptur symptomatischer Aneurysmen 8,3. Das Risiko der
chirurgischen Klippung kleiner Aneurysmen < 10 mm liegt unter 5 Prozent bis 6
Prozent. Gigantische Aneurysmen weisen mit 20 Prozent bis 50 Prozent die höchste
Komplikationsrate auf (3). Aneurysmen des hinteren Kreislaufes sind ebenfalls
mit einer höheren Morbidität und Mortalität assoziiert. Die Zahlen des
chirurgischen Ergebnisses sind vom Einschluss der Gruppen mit dem höchsten
chirurgischen Risiko geprägt (Größe > 25 mm, Lokalisation im hinteren
Kreislauf). Das Dilemma besteht darin, dass diese Aneurysmen die höchsten Risiken
einer Ruptur aufweisen, so für Aneurysmen > 25 mm allein 6 Prozent im ersten
Jahr. Es besteht also eine Indikation zur Behandlung, wobei diese sowohl
chirurgisch als auch endovaskulär problematisch ist. Es ist daher davon
auszugehen, dass die therapeutischen Risiken bei Patienten, die sich mit einem
nichtrupturierten Aneurysma < 10 mm Größe zur Beratung über eine Behandlung
vorstellen unter den genannten Durchschnittswerten der ISUIA-Studie liegen. Die
Rezidivblutung kann nur durch eine möglichst frühzeitige Ausschaltung des
Aneurysmas wirksam verhindert werden. Endovaskuläres Coiling ( deutlich
geringeren Fallzahlen als Untersuchungen zur neurochirurgischen Klippung)
scheint
dem Neurochirurgischen Clipping langfristig bezüglich des Behandlungserfolges bei
Aneurysmen überlegen zu sein. Bei dem minimalinvasiven Eingriff wird das
Aneurysma mit kleinen weichen Platinspiralen (Coils) vollständig ausgefüllt,
also embolisiert. Dazu wird ein Katheter von der Leiste ins Aneurysma
vorgeschoben. Schwellung und Gefäßspasmen stören nicht. Insgesamt hat Coiling
ein geringeres Risiko für den Eingriff an sich, der Blutungsschutz ist
allerdings nicht so sicher wie nach chirurgischer Klippung, und die Patienten
müssen mindestens einmalig kontrollangiographiert werden. Die
Behandlungsempfehlungen für Hirnarterienaneurysmen ohne Blutung oder andere
Symptome sind weiter uneinheitlich. Die überwiegende Zahl von Leitlinien
empfiehlt bei Hirnarterienaneurysmen ohne Blutung oder andere Symptome keine
operative Behandlung, unabhängig von der Größe wenn der Patient über 64 Jahre
alt ist und bei allen Hirnarterienaneurysmen die kleiner als 10mm sind.
Solche Hirnarterienaneurysmen sollten allerdings jährlich mit MR Angiographie
oder CT- Angiographie kontrolliert werden um eine schnelle Größenzunahme
rechtzeitig zu entdecken. Hirnarterienaneurysmen bei denen die Größe um
mehr als 0.95mm im Jahr zunimmt sollten operativ oder mit endovaskulärer
Therapie behandelt werden. Eine invasive Behandlung wird derzeit für alle
Hirnarterienaneurysmen empfohlen, die bei Patienten unter 64 Jahren größer als
10mm sind. Endovaskuläre
Therapie
ist immer
dann
indiziert,
wenn ein
Eingriff
durchgeführt
werden
sollte und
eine
Operation
nicht
möglich
ist. Nach der Studienlage ist das endovaskuläre Coiling sicherer als das Clipping von Aneurismen. Es bestehen aber Bedenken, wegen der Patientenauswahl in den Studien, ob die Ergebnisse repräsentativ sind. Mitentscheidend ist die Erfahrung des Chirurgen und die Präferenz des Patienten. (N Engl J Med 2006;355:928-39).
|
Hunt und Hess Einteilung des Schweregrades
einer Subarchnoidalblutung: |
| Grad 1: |
Asymptomatisch oder geringe Nacken- und
Kopfschmerzen. Perioperative Mortalität 0 - 5%. |
| Grad 2: |
Mäßige bis schwere Kopfschmerzen,
Nackensteife, keine neurologischen Ausfälle, außer Hirnnervenlähmungen.
Perioperative Mortalität 1 - 10%. |
| Grad 3 |
: Schläfrigkeit, Verwirrtheit oder leichte
fokale Ausfälle. Perioperative Mortalität 10 - 15%. |
| Grad 4 |
Stupor, mäßige bis schwere Hemiparese, evtl.
Dezerebrationsstarre und vegetative Störungen. Perioperative Mortalität 60 -
70% |
| Grad 5 |
Tiefes Koma, Dezerebrationsstarre, moribundes
Aussehen. Perioperative Mortalität 70 - 100% |
|
Durchschnittliche jährliche Rate an Subarachnoidalblutungen
|
| Durchmesser des Aneurysmas |
Alle Patienten |
Alle Patienten außer denen mit
einem cavernösen Aneurysma |
| Gruppe 1 (bisher ohne
Subarachnoidalblutung) |
|
|
| <10mm |
0,05 |
0,07 |
| >10mm |
0,95 |
1,38 |
| Gruppe 2 (nach einer
Subarachnoidalblutung) |
|
|
| <10mm |
0,56 |
0,60 |
| >10mm |
0,64 |
0,72 |
| The International
Study of Unruptured Intracranial Aneurysms Investigators. Unruptured
intracranial aneurysms -- risk of rupture and risks of surgical
intervention. N Engl J Med 1998;339:1725-1733.[Abstract/Full Text] |
|
Durchschnittliche Rate an Subarachnoidalblutungen innerhalb von 5
Jahren bei Patienten, die bisher keine Blutung hatten (prospektiv) |
| |
hinterer Hirn- Kreislauf,
communicans posterior |
vorderer Hirn- Kreislauf,
communicans anterior |
| <7 mm, |
2,5% |
0% |
| 7-12 mm |
14,5% |
2,6% |
| 13-24 mm |
18,4% |
14,5% |
| >25 mm |
50% |
40% |
|
International
Study of Unruptured Intracranial Aneurysms Investigators
Unruptured intracranial
aneurysms: natural history, clinical outcome, and risks of surgical
and endovascular treatment Lancet 2003; 362: 103-10 [Summary] [Full
Text] [PDF] |
|
|
Wie groß ist das
Risiko für Angehörige, wenn ein direkter Verwandter eine Subarachnoidalblutung
hatte: Eine schottische Studie untersuchte 5478 Verwandte von Patienten
aus ganz Schotland deren direkte Verwandte im Laufe eines Jahres eine
Subarachnoidalblutung hatten und 3213 Verwandte von Patienten, die in den
letzten 10 Jahren in Schotland neurochirurgisch wegen einer
Subarachnoidalblutung behandelt worden waren. In jeder der beiden Gruppen fanden
sich 2% aller Verwandten, die ebenfalls eine Subarachnoidalblutung hatten. Das
Risiko von der Geburt bis zum 70. Lebensjahr eine SAB zu erleiden war für
Verwandte 1. Grades etwas stärker erhöht [4.7%; 95% Konfidenzinterval (CI):
3.1–6.3%] als für Verwandte 2. Grades (1.9%; 95% CI: 1.0–2.9%). Das Risiko in
den nächsten 10 Jahren eine SAB zu erleiden war für Verwandte 1. Grades
1.2% (95% CI: 0.4–2%) und für Verwandte 2. Grades 0.5% (95% CI: 0.1–0.8%). Die
meisten lebenden Verwandten haben damit nach Ansicht der Autoren ein sehr
kleines Lebenszeitrisiko einer zukünftigen Hirnblutung. Ein Screening von
Verwandte wird von den Autoren der Untersuchung deshalb als unangemessen
angesehen. Ausnahme sind die wenigen Familien in denen bereits 2 oder mehr
Verwandte 1.Grades eine solche Blutung durchgemacht haben.
Brain 2005 128(7):1677-1685; doi:10.1093/brain/awh497
|
Darstellung von Blut im CT
oder Kernspin nach Stadium |
| Stadium/ Zeit nach Blutung |
CT |
MRT- T1 gewichtet |
MRT- T2 gewichtet |
MRT- FLAIR |
MRT- T2 Gradient Echo |
| Hyperakut (<12Std) |
hyperdens |
isointens oder leicht hyperintens |
hyperintens |
hyperintens |
hypointenser Rand |
| akut (12Std-2Tage) |
hyperdens |
isointens oder hyperintens |
hypointens |
hypointens |
hypointenser Rand der allmählich zum
Zentrum wandert |
| früh subakut (2-7 Tage) |
hyperdens |
hyperintens |
hypointens |
hypointens |
hypointens |
| spät subakut (8 Tage-1 Monat) |
isodens |
hyperintens |
hyperintens |
hyperintens |
hypointens |
| chronisch (>1 Monat) |
hypodens |
isointens oder hypointens |
hypointens |
hypointens |
Schlitzartiges hyperintenses oder
isointenses Zentrum, das von einem hypoinstensen Rand umgeben ist |
| Chelsea S Kidwell, Max
Wintermark Imaging of intracranial haemorrhage, Lancet Neurol 2008; 7:
256–67 |
|
| Seifert, Volker et al.,
Interdisziplinäre Behandlung bei nicht rupturierten intrakraniellen
Aneurysmen Dtsch Arztebl 2008; 105(25): 449-56 DOI:
10.3238/arztebl.2008.0449
HTML
PDF
Jonathan L. Brisman, Joon K. Song, and David W. Newell, Cerebral Aneurysms N Engl J Med 2006;355:928-39.
Alejandro A. Rabinstein and Douglas A. Nichols
Endovascular Coil Embolization of Cerebral Aneurysm Remnants After Incomplete
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Abstract |
Full Text Raabe et al,
Management nichtrupturierter intrakranieller Aneurysmen,Deutsches
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Recommendations
for the
Management
of
Patients
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Unruptured
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Aneurysms,
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Wiebers
Patients
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Endovascular
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does
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C Curry, N
R Miller,
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Long term
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J. Neurol.
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haemorrhage,
Brain 2005 128(7):1677-1685
Hidemasa Takao and Takeshi Nojo Treatment of
Unruptured Intracranial Aneurysms: Decision and Cost-effectiveness Analysis The
results of our study suggest that, for 50-year-old patients, treatment is
ineffective or not cost effective for aneurysms that are small (<7 mm), that are
located in the cavernous carotid artery, or that are large (≥25 mm) and located
in the posterior circulation. Radiology 2007 244: 755-766. Published online
before print July 24 2007, 10.1148/radiol.2443061278
[Abstract] |
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