Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Glossar Psychiatrie / Psychosomatik / Psychotherapie / Neurologie / Neuropsychologie
 

Hyperkaliämie

Erhöhte Kaliumkonzentration im Serum. Wegen der möglicherweise lebensgefährlichen Folgen ist eine frühzeitige Entdeckung dieser Störung des Salzhaushaltes wichtig. Manchmal ist die vorgeschädigte Niere, die Kalium schlecht ausscheiden kann die Ursache, manchmal ist auch der Transport von Kalium aus dem Blutserum in die Zellen gestört. Medikamente, die das Kaliumgleichgewicht stören sind oft der Hauptauslöser, Austrocknung unterschiedlicher Ursache kann aber ebenso auslösend sein. Bei diabetischer Nierenschädigung kann der erniedrigte Renin und Aldosteronspiegel maßgeblich auslösend sein. Hyperkaliämie wird verursacht oder begünstigt durch: hohe externe Kaliumzufuhr oder Zellzerfall – kaliumhaltige Ersatzsalze oder Medikamente (z. B. Antibiotika), künstliche Ernährung – Hämolyse, Rhabdomyolyse, Tumorlyse, Verbrennungen oder Trauma, Umverteilungsstörungen, (intra- und extrazellulär)– Azidose – Insulinmangel, – Nebenniereninsuffizienz (Morbus Addison), – Therapie mit Spironolacton, -adrenergen Antagonisten( -Rezeptorenblockern) oder Digitalis. verminderte renale Ausscheidung, – Niereninsuffizienz, – Tubulopathien (z. B. bei toxischer Schädigung), – Medikamente (kaliumsparende Diuretika einschließlich Spironolacton, Inhibitoren des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems, nichtsteroidale Entzündungshemmer, Cyclosporin A, hochdosiertes Trimethoprim-Sulphamethoxazol, Heparin et cetera), – hyporeninämischer Hypoaldosteronismus (Senioren, Typ-2-Diabetiker)– Nebenniereninsuffizienz (Morbus Addison).  Seltene Ursache kann auch ein Salzersatz sein, Produkte, die als salzarm gepriesen werden können viel KCl enthalten. Auch bei klinisch asymptomatischen Patienten mit gesicherter Hyperkaliämie sollte immer ein EKG angefertigt werden, da es bei schnell ansteigendem Serum-Kalium rasch zu EKG-Veränderungen kommen kann. Die symptomatische Hyperkaliämie mit EKG-Veränderungen ist immer potenziell lebensbedrohlich und erfordert Sofortmaßnahmen. Fehldiagnosen können vorkommen: Beschrieben sind Blutabnahmen im Krankenhaus aus Venen in die zur Zeit der Abnahme Kalium infundiert wurde, schwierige Blutabnahme mit Gewebeschädigung,  Laborirrtümer, Möglich ist ein Irrtum auch bei Pseudohyperkalämie, Hämolyse (Gerinnung des abgenommen Blutes vor Analyse) Leukozytose, Thrombozytose. Auch seltenen genetischen Syndromen sind irrtümliche Labordiagnosen möglich: Familiäre Pseudohyperkaliämie, hereditäre Spherozytose.  Intravenöses Kalzium kann die EKG- Veränderungen rückgängig machen und das Risiko einer bedrohlichen Rhythmusstörung vermindern. Die Serumkaliumspiegel lassen sich auch durch eine Kombination von intravenösem Insulin und Glukose akut senken. Auch Beta2mimetikasprays können den  Serumkaliumspiegel senken.
 

Quellen / Literatur:

Fliser, Prof. Dr. med. Danilo, Symptomatische Hyperkaliämie: Was notfallmäßig zu tun ist Deutsches Ärzteblatt 100, Ausgabe 24 vom 13.06.2003, Seite A-1657, Webster A, Brady W, Morris F. Recognising signs of danger: ECG changes resulting from an abnormal serum potassium concentration. Emerg Med  J 2002; 19: 74-77. [PubMed] Angela Hoye, Andrew Clark latrogenic hyperkalaemia Lancet 2003; 361: 2124 [Summary] [Full Text] [PDF], Übersicht: Mitchell L Halperin, Kamel S Kamel Electrolyte quintet: Potassium Lancet1998; 352: 135–40 [Full Text] [PDF]

 

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