Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Glossar Psychiatrie / Psychosomatik / Psychotherapie / Neurologie / Neuropsychologie
 

Alkoholintoxikationen

(siehe auch unter  Jellinek, Substanzabhängigkeit, MALT, Babor und  Alkoholfolgeschäden)

Syndromale Einteilung von Alkoholintoxikationen nach Athen D. (1986)Syndrome der akuten Alkoholintoxikation und ihre forensische Bedeutung. Springer, Berlin Heidelberg New Yor k

Störungen von Bewusstsein und Motorik

Störungen der Orientierung

Paranoid-halluzinatorisches Syndrom

Manisches Syndrom

Gereizt-aggressives Syndrom

Depressives Syndrom

Suizidales Syndrom

Angstsyndrom

Sexuelle Erregung

Amnestisches Syndrom

Alkoholismus (Fragen zur Selbst- und Fremddiagnose, Screening) Siehe auch unter MALT, Jellinek und Substanzmissbrauch

1.)Haben Sie schon einmal das Gefühl gehabt, Ihr Alkoholkonsum wäre zu hoch?

2. Haben Sie sich schon einmal darüber geärgert, dass sie von anderen wegen Ihres Alkoholkonsums kritisiert wurden?

3. Haben Sie sich schon einmal schlecht oder schuldig wegen Ihres Alkoholkonsums gefühlt?

4. Haben Sie schon einmal Alkohol bereits früh morgens getrunken, um Ihre Nerven zu beruhigen, oder einen „Kater" loszuwerden.

Alkoholgehalt verschiedener Getränke

1.0 I Bier (Ca. 4% Alkohol) = 40 ml

0,7 I Wein (ca. 10% Alkohol) = 70 ml

0.7 I Sekt (c a . 12%Alkohol) = 84 ml

0,7 I Südwein (ca. 20% Alkohol) = 140 ml

0.7 l Likör (ca. 30% Alkohol) = 210 ml

0.7 I Schnaps (ca. 40% Alkohol) = 280 ml

1 kl. Schnaps (ca. 0.02 I Alkohol) = 8 ml

1 gr. Schnaps (ca 0.04 I Alkohol) = 16 ml

getrunkene Mengen in ml reinem Alkohol

BAK-Berechnung .

Laborwerte bei Alkoholismus

Gamma-GT: Wichtiger Parameter zur Beurteilung der Alkoholkrankheit, obwohl eine Erhöhung nicht ausschließlich auf Alkoholmissbrauch (eine Vielzahl von Medikamenten kann ebenfalls zu einer Erhöhung führen) zurückzuführen ist. Sie eignet sich hervorragend zur Demonstration des Erfolgs der Alkoholkarenz z.B. in Diagrammen (Zeitverläufen)! • CDT (Carbohydrate deficient transferrin): Hauptsächlich in der Leber synthetisierte Isoform des Transferrins mit weniger Kohlenhydratseitenketten, die sehr spezifisch für den Alkoholkonsum zu sein scheint. Bei einem regelmäßigen hohen Alkoholgenus tritt es aus der Leber ins Blut über und kann dort quantitativ bestimmt werden. Ein signifikanter Anstieg von CDT wird bei einem Alkoholkonsum von >60 g pro Tag über einen Zeitraum von 1 Woche beobachtet. Die Halbwertszeit beträgt ca. 14 Tage. Erscheint wesentlich spezifischer als die Gamma- GT MCV: Abk. für (engl.) mean corpuscular volume; mittleres Volumen des einzelnen Erythrozyten: Referenzbereich: 82-92fl; Erythrozyten mit einem MCV <82fl werden als Mikrozyten, bei MCV >92fl als Makrozyten bez.; Abweichungen bei versch. Formen der Anämie, erhöht bei Alkoholkrankheit mit Rückbildung über Monate wegen der langen Überlebenszeit der roten Blutkörperchen.

Alkoholfolgeschäden (organisch) und Dosis (nach DHS)

Stellt man allein auf die Möglichkeit eines Organschadens ab, dann sind folgende Alkoholverträglichkeitsgrenzen wahrscheinlich:

Leber

Alkoholhepatitis

> 200 g/die (Lelbach, 1967)

> 70- 160 g/die (Denk et al., 1970; Maier et al., 1979)

Manifestation nach: 6- 18 Jahre

Zirrhose

> 80 - 160 g/die (Pequinot; Caroli et al., 1961-62; Lelbach, 1967)

> 60 g/die  (Pequinot, 1975; Thaler, 1976-77; für Männer

> 20 g/die  (Maier et al., 1979) für Frauen

Manifestation nach: 6 - 22 Jahre

Manifestationsalter: 50 Jahre

Pankreas (chronische Pankreatitis)

30- 80 g/die (Filippini, 1974, Sarles, 1976, Sarles, 1978)

Manifestation nach: 2-8 Jahre

Manifestationsalter: 39 Jahre

 

Alkoholembryopathie (AE) siehe auch unter Suchtkriterien, Alkoholfolgen Alkohol im Straßenverkehr,Synapse

Leitsymptome dieser Embryopathie sind :

intrauteriner Minderwuchs

postnataler Minderwuchs

Mikrozephalus

statornotorische und geistige Retardierung

Hyperaktivität

Muskelhypotonie

kraniofaziale Dysmorphie (Mikrozephalus, Epikanthus, Ptosis, verkürzter Nasenrücken, Nasolabialfalten, schmales Lippenrot)

Herzfehler (meist Vorhofseptumdefekt)

Anomalien des Urogenitalsystems

Anomalien der Extremitäten

Die Ausprägung der Embryopathie ist unterschiedlich (Grad I bis Ill). Während sich bei Grad I nur Minderwuchs, Untergewicht und Mikrozephalie finden, sind bei Grad Ill alle oben angeführten Symptome ausgeprägt. Hinzu kommen oft schwere neurolog/sche Störungen aufgrund von Hirnfehlbildungen. Die AE ist heute die häufigste Störung embryonaler Entwicklung durch eine teratogene Noxe. In Frankreich fand sich eine Häufigkeit von 1-3/1000. Häufigkeit und Schweregrad der kindlichen Fehlbildungen hängen weniger von der Quantität des mütterlichen Alkoholabsus ab als vom Stadium der Alkoholkrankheit. Befand sich die Schwangere noch in der Prodromalphase, wies kein Kind eine AE auf. In der kritischen Phase fanden sich bei 20% der Nachkommen meist leichtere Schäden (die häufig übersehen werden). Unter den Nachkommen von Müttern in der chronischen Phase der Alkoholkrankheit wiesen doppelt so viele Schädigungen, meist schwerere Formen der AE, auf. - Eine Indikation zur Interruptio aus eugenischer Indikation ergibt sich zwingend nur bei Schwangeren in der chronischen Phase der Alkoholkrankheit. Die Schädigung des Embryo erfolgt überwiegend im ersten Trimenon.
 

Quellen / Literatur:

Ewing JA (1984) Detecting alcoholism: The CAGE questionnaire. JAMA 252: 1905–1907 Anonyme Alkoholiker

 

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Zum einen gibt es nicht überall solche Leitlinien, zum anderen werden diese mir nicht immer sofort bekannt. Manche Leitlinien sind lange nicht aktualisiert worden und von neuerer Literatur überholt, bzw, ergänzungsbedürftig.  Wenn möglich sind im Text Links zu solchen Leitlinien eingebaut. Auch Leitlinien sind nur Orientierungen, sie schließen nicht aus, dass generell oder im Einzelfall Fehler enthalten sind oder diese im Einzelfall nicht anwendbar sind. Ziel der Darstellung ist hier definitiv nicht, mich als Experten für irgendeines der in der Homepage dargestellten Krankheitsbilder auszuweisen. Ich gehe davon aus, dass alle vergleichbaren Fachärzte für Neurologie, Psychotherapeutische Medizin und Psychiatrie ihre Patienten sorgfältig und genau so gut wie ich behandeln. Sollten Sie über eine Suchmaschine direkt auf diese Seite gekommen sein, werden Sie gebeten auch die Hauptseite aufzusuchen. Dort finden Sie einen Link zu den zuständigen Ärztekammern. 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