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Tremor (Zittern)
- Ruhetremor
- Aktionstremor
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Kinetischer Tremor
-
normaler Tremor
-
essentieller Tremor
-
zerebellärer Tremor
- dystoner
Tremor
-
orthostatischer Tremor
- Kinntremor
- Gaumentremor
- Stimmtremor
- Schreibtremor
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psychogener Tremor
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medikamenteninduzierter Tremor
-
neuropathischer Tremor
- Kamptokormia
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Tabellarische Zusammenfassungen
- Links
- Literatur
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| Tremor ist die
häufigste Bewegungsstörung. Er wird von anderen unwillkürlichen
Bewegungsstörungen wie Chorea, Athetose, Ballismus, Ticks, und Myoklonus,
dadurch unterschieden, dass es sich um sich wiederholende (repetitive),
stereotype, Bewegungen mit einer bestimmten Amplitude und Frequenz
handelt. Tremor kann definiert werden als eine unfreiwillige, rhythmische,
periodische, mechanische Oszillation eines Körperteils. Die
Diagnose wird durch die genaue Erhebung der Vorgeschichte und eine
klinische Untersuchung gestellt. Nur selten sind technische Untersuchungen
zur Diagnose erforderlich. Laboruntersuchungen zur Ausschlussdiagnose sind
häufig indiziert. Nur sehr selten ist eine spezielle EMG Untersuchung
erforderlich. PET und SPECT spielen nur in der Forschung eine Rolle. Eine
genaue Diagnose des Tremor ist die Basis einer Erfolg versprechenden
Behandlung. Fehldiagnosen sind häufig, sie verursachen nicht nur unnötige
Angst, z.B. bei Patienten bei denen ein gutartiger essentieller Tremor als
Parkinsonsyndrom fehldiagnostiziert wird, oft wird dadurch
auch eine erfolgreiche Behandlung unmöglich. Manchmal ist es wichtig
behandelbare Ursachen zu erkennen. => Tremor bedarf einer
fachärztlichen Diagnose.
Auf dieser Seite wird ein Überblick über
die wichtigsten Tremorformen und ihre Behandlung nach dem aktuellen Stand
der Wissenschaft gegeben. Dieser Überblick ersetzt keine fachärztliche
Diagnostik.
Tremor kann man über sein klinischen Erscheinungsformen oder über seine
Ursache definieren. Wegen der zunehmenden Zahl der erforschten Ursachen
ist die ätiologische Klassifikation wenig hilfreich, die Definition über
die Erscheinungsformen wird allgemein als nützlicher angesehen.
Rückkoppelungsschleifen oszillatorischer neuronaler
Aktivität im ZNS spielen eine Rolle bei der Kontrolle der Motorik. Man nimmt
an, dass der physiologische Tremor ein Ausdruck dieser Schwingungen
in der Peripherie ist. Einige pathologische Tremores gehen vermutlich auf
eine Störung dieser Oszillatoren zurück. Verschiedene
Rückkoppelungsschleifen spielen dabei eine Rolle. Einige
pathologischen Tremore resultieren vermutlich aus der Störung der
zentralen oder peripheren Komponente des physiologischen Tremors, andere
entstehen aus de novo pathologischen Oszillationen wie der 3- 6-Hz
Parkinsontremor.
Ruhetremor
Ruhetremor tritt auf wenn keine
willentliche Muskelaktivität vorhanden ist, und die Gliedmaße in vollem
Umfang gegen die Schwerkraft unterstützt ist, also nicht gehalten werden
muss, im Idealfall völlig entspannt da liegt. Im Gegensatz zum Haltetremor,
nimmt der Ruhetremor typischerweise bei willkürlichen Bewegungen ab. Er
ist deshalb bei Willkür-Bewegungen selten hinderlich. Wie bei allen
Tremorformen wird Ruhetremor bei Stress schlimmer und verbessert sich bei
Erholung. Die Tremoramplitude nimmt zu wenn andere Körperteile (als die
beobachteten oder betroffenen) bewegt werden. Er ist am häufigsten beim M.
Parkinson und nur sehr selten bei anderen Krankheiten. Er kann auch an den
Beinen beginnen, was bei den anderen Tremorformen sehr selten ist.
Aktions-
Tremor
jeder Tremor der bei willkürlicher Muskelaktivität auftritt. Er enthält
damit den Haltetremor, Intentionstremor, den Aufgabenspezifischen Tremor, den
isometrischen Tremor, den posturalen Tremor
und den kinetischen Tremor. Posturaler Tremor wird durch
die willkürliche Einnahme einer bestimmten Körperposition gegen die
Schwerkraft ausgelöst. Beispiele sind der physiologische (normale) Tremor,
der essentielle Tremor, bestimmte medikamenten- induzierte Tremorformen,
und der posturale Tremor beim M. Parkinson. Manche posturalen Tremorformen
hören nicht auf wenn das Körperteil gegen die Schwerkraft unterstützt
wird, was die Unterscheidung zum Ruhetremor schwierig machen kann.
Allerdings nimmt die Tremoramplitude beim Ruhetremor fast immer bei
zielgerichteten Bewegungen ab, während sie beim posturalen Tremor fast
immer zunimmt.
Kinetischer Tremor tritt bei jeder Willkürbewegung auf.
Es kann sich um einen Intentionstremor, Aufgaben-spezifischen
Tremor, oder einen einfachen kinetischen Tremor handeln. Einfacher
kinetischer Tremor tritt bei nicht zielgerichteten Bewegungen auf.
Kinetischen Tremor, der am Ende einer visuell (unter Sicht) geführten
zielgerichteten Bewegung ausgelöst nennt man Intentionstremor,
seine Amplitude nimmt am Ende der zielgerichteten Bewegung zu.
Er ist typisch für Kleinhirnerkrankungen (oder Cerebelläre
Erkrankungen) Intentionstremor kann manchmal mit einem Aktionsmyoklonus
verwechselt werden. Aufgaben -spezifischer Tremor tritt bei
hochspezialisierten Bewegungen wie Schreiben, Rasieren, spielen eines
bestimmten Instrumentes auf. Primärer Schreibtremor wurde
erstmals von
Rothwell et al l979 beschrieben.
Haltetremor
von einem Haltetremor spricht man, wenn er bei ausgestreckter
Extremität (Hände, Beine) nachweisbar ist. Entsprechend tritt er auch beim
Halten eines Löffels oder eines Glases auf.
Isometrischer Tremor tritt
auf wenn eine Willkürbewegung durch ein starres Objekt blockiert wird. Man
kann in durch Faustmachen oder quetschen des Untersucherfingers auslösen.
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Physiologischer
(normaler) Tremor
Alle gesunden Menschen zittern unter bestimmten Umständen mehr oder
weniger, man nenn diesen Tremor den physiologischen Tremor. Dieser Tremor
ist gutartig, und hat eine hohe Frequenz sowie eine niedrige Amplitude.
Er ist meist mit dem bloßen Auge nicht sichtbar. Dieser Tremor kann
sichtbar gemacht werden, in dem die Versuchsperson eine Blatt Papier mit
ausgestreckten Armen weit vor sich hält oder mit einem Laserpointer auf
einen entfernten Punkt zeigt.
Physiologischer Tremor ist ein Aktionstremor (s.u.) und Haltetremor der
bei allen Menschen vorhanden ist und er ist in der verstärkten und mit
bloßem Auge sichtbaren Form in aller Regel reversibel bei Behebung der
Ursache. Er
nimmt bei Müdigkeit, emotionaler Anspannung, Angst und Aufregung zu.
Konsum großer Mengen koffeinhaltiger Getränke kann eine Ursache sein.
Folgende Kriterien müssen erfüllt sein: hohe Frequenz (6-12Hz), kurze
Tremoranamnese (< 2 Jahre) und fehlende klinische Zeichen für eine
neurologische Erkrankung mit dem Kernsymptom Tremor. Bei manchen
Krankheiten oder Zuständen kommt es zu einer
Zunahme des
physiologischen Tremors; Beispiele sind Unterzuckerung, bestimmte
Medikamente, Koffein, Schilddrüsenüberfunktion
(Thyreotoxikose), Phäochromozytome, Katecholamininfusionen,
Methylxanthingabe, Drogenentzug, Alkoholentzug und -intoxikation,
Benzodiazepinentzug. Auch Amphetamine, Betaagonisten und Theophylline
(Asthmabehandlung) Carbamazepin, Valproinsäure.. (Epilepsiebehandlung,
Schmerzbehandlung), Adrenalin, Fluoxetin, Haloperidol (Haldol), Lithium,
Methylphenidat (Ritalin), Terbutalinsulfat, Schilddrüsenhormone,
Trizyklische Antidepressiva können verstärkend wirken. Dieser Tremor ist
meist reversibel wenn die Ursache behandelt oder vorbei ist. Die Frequenz
des physiologischen Tremor bei jungen Erwachsenen ist bei 8 bis 12
Hz, sie nimmt langsam mit dem Alter ab auf etwa 6 bis 7 Hz bei
Menschen über 60. Rezeptoragonisten verstärken den physiologischen Tremor
nichtselektive Betablocker und alpha-2 Antagonisten verhindern ihn.
Das normale Zittern wird medikamentös auch verstärkt durch Valproat,
Lithium, Neuroleptika und trizyklische Antidepressiva. Eine medikamentöse
Therapie mit Propranolol 1040 mg kann erwogen werden. Bei Hyperthyreose
sind unterschiedliche Beta-Blocker ebenso wirksam wie Primidon. |
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| Das
erbliche Zittern. |
| Um ein Vielfaches häufiger
als ein Parkinsonsyndrom ist der essentielle Tremor. |
| In einer großen Studie hatten
bei genauer Befragung immerhin 62,5% der Betroffenen mindestens einen
Verwandten ersten Grades der auch betroffen war, manche Autoren geben
sogar eine 90%ige Erblichkeit an. Der Beginn ist zweigipflig im
Jugendalter und ab dem 50. Lebensjahr. Betroffene werden
in jungen Jahren oft für Trinker oder ängstliche Menschen gehalten. Die
Reaktionen der Umwelt erzeugen in Gegenzug, dass dann manchmal genau dies
passiert. Die Betroffenen trauen sich nicht mehr in der Öffentlichkeit zu
essen oder zu schreiben. Sie meiden Menschen und entwickeln nicht selten
eine soziale Phobie. Die Ängste und Aufregung verschlimmern dann wiederum
in solchen Situationen das Zittern. Da Alkohol bei 50-60% der Patienten
zeitweilig das Zittern vermindert, entwickeln manche auch tatsächlich ein
Alkoholproblem. Der essentielle Tremor führt am häufigsten zur
Fehldiagnose Parkinson-Syndrom und damit zu übertriebenen Befürchtungen
und falschen, erfolglosen Behandlungsmaßnahmen. Am häufigsten
beginnt die Erkrankung in der Pubertät oder nach dem 50. Lebensjahr. Im
Alter über 40 Jahre sind 1%, bei den über 65 jährigen 14 %. der
Bevölkerung betroffen. Andere Autoren, die eine engere Definition
verwenden, gehen von 0.3% bis zu 1.7% der Bevölkerung aus. Männer
und Frauen sind gleich häufig betroffen. Über Jahre hinweg kommt es meist
zu einer langsamen Zunahme der Symptome. Die Frequenz des Tremors liegt
bei 4 bis 8 Hz. Die Arme und der Kopf sind am stärksten betroffen, Die
Frequenz des essentiellen Tremors nimmt typischerweise im Alter ab während
die Amplitude zunimmt. Die größere Amplitude bedingt eine stärkere
funktionelle Behinderung im Alter. Die Patienten suchen deshalb oft erst
im Alter den Arzt auf, obwohl sie vom Tremor auch in früheren Jahrzehnten
betroffen waren. Andere neurologische Auffälligkeiten müssen
ausgeschlossen sein, insbesondere eine Dystonie. Der Beginn ist
häufig einseitig, meist aber sind rasch beide Seiten betroffen. Die
Amplitude des Tremors nimmt bei Stress, Müdigkeit und unter bestimmten
Medikamenten (siehe beim
physiologischen Tremor) zu. Menschen mit essentiellem Tremor sollen
häufiger schwerhörig sein als gesunden Menschen oder Menschen mit anderen
Tremorformen. |
| Die Ursache und
Pathogenese des essentiellen Tremors (ET) ist noch nicht exakt
bekannt. Es gibt große Unterschiede in der Ausprägung und es ist davon
auszugehen, dass verschiedene Krankheiten unter diesem Krankheitsbild
subsumiert werden. 50% sind familiär bedingt. Es liegt ein autosomal,
dominanter Erbgang mit variabler Penetranz vor. Dies bedeutet, dass zwar
durchschnittlich die Hälfte der Kinder eines Betroffenen erkranken, dies
aber in unterschiedlicher Ausprägung und auch nicht unbedingt im selben
Alter. Der Erbmodus scheint aber heterogen, das heißt es zu
erwarten, dass am Ende auch genetisch verschiedene Defekte nachgewiesen
werden. Pathologisch sind bisher 2 verschiedene Formen bekannt. Ein Teil
der Kranken hat bei der Autopsie sichtbare Lewy bodies und Lewyneuriten
im Locus ceruleus und anderen Hirnstamm Strukturen. Bei anderen haben
degenerative Veränderungen im Kleinhirn. (Movement Disorders Vol. 23,
No. 2, 2008, pp. 174–182) Bleibt trotzdem die Frage, ob irgendwelche Umweltfaktoren den
Verlauf oder den Ausbruch, die Ausprägung beeinflussen.
Nach
einer
Studie
betrug
die
Konkordanz
bei
eineiigen
Zwillingen
60–63%
bei
zweieiigen
Zwillingen
27–42%,
was
nahe
legt,
dass
neben
den
Genen
Umweltfaktoren
eine
Rolle
spielen.
Ein Genort
ist
noch
nicht
gefunden. Raucher scheinen nach einer neuen Untersuchung deutlich seltener
an essentiellem Tremor zu erkranken als Nichtraucher. (Was ja auch für
das sonst nicht verwandte Parkinsonsydrom gilt). Menschen die eine
zeitlang geraucht haben haben nur eine halb so hohe Wahrscheinlichkeit
am ET zu erkranken als Menschen die nie geraucht haben. (Movement
Disorders Vol. 23, No. 2, 2008, pp. 246–252) |
| Von der
Pathophysiologie her: Es gibt offensichtlich einen zentralen
Oszillator auf Olivo-cerebellärer-thalamisch-cortico-spinaler Ebene, der
der primäre Generator des ET ist, moduliert durch periphere
Komponenten. Es handelt sich also um eine Regulationsstörung in einem
komplexen Schaltkreis des Gehirns. Der Tremor resultiert aus einer
Wechselwirkung zwischen erhöhter zentraler Erregbarkeit und peripherer
Regulation, die die zentrale Überaktivität noch verstärkt. Es könnte sein,
dass das monoaminerge System (katecholaminerge und serotoninerge),
Adrenorezeptoren (die B2 Muskeladrenorezeptoren) unter anderem den
Entstehungsmechanismus des ET beeinflussen. |
Essentieller Tremor ist ein A ktionstremor,
mit entweder posturaler oder kinetischer Charakteristik, er betrifft
hauptsächlich die Hände. Wichtigste Unterscheidung zum Zittern bei M.
Parkinson ist: Parkinsonkranke zittern in Ruhe und langsamer
(Geldzähltremor), bei ihnen beginnt das Zittern meist einseitig,
beim essentielle Tremor fehlt das Zittern in Ruhe, - tritt
bei Haltebewegungen auf - reduziert sich bei zielgerichteten
Bewegungen, um kurz vor Erreichen eines Zieles wieder stärker zu werden. -
Hände, Kopf, Stimme und Kinn sind am stärksten betroffen. Die Patienten
haben Schwierigkeiten beim Schreiben, Trinken und Essen und fühlen sich
durch einen Kopfwackeltremor psychisch belastet. Von 350 Patienten mit
einem essentiellen Tremor hatten in einer Studie fast 90% einen Tremor der
Hände, bei 41% war der Tremor auf die Hände beschränkt. Isolierter
Kopftremor trat bei 6,9% auf, Kopftremor in Verbindung mit Tremor an
anderen Körperstellen bei 34%. 17% hatten einen Stimmtremor aber nur bei
einem Patienten war dieser Stimmtremor isolierte einziges Symptom.
Ansonsten trat der Tremor an
den Beinen 13.7%, am Kiefer 7.1%, im Gesicht, 2.9%, am Rumpf 1.7%, und an
der Zunge 1.4% auf. Die Diagnose ist
eine Ausschlussdiagnose, ein verstärkter physiologischer Tremors,
(Medikamente, Koffein oder eines Entzugsyndrome), Hinweise für einen
psychogenen Tremor, ein isolierter positions- oder aufgabenspezifischer
Tremor, ein isolierter Zungen- oder Kinntremor, oder ein isolierter
Beintremor müssen ausgeschlossen sein. Bis zu 50 %. der Patienten
entwickeln zusätzlich eine Gangstörung. Eine Sonderform ist der
hochfrequenter orthostatischer Tremor der Beine, ein schnelles Zittern der
Beine ausschließlich im Stehen.
Wenn
Fehldiagnosen
des der
essentiellen
Tremors
vorkommen,
werden
häufig
Merkmale
eines
M.
Parkinson
(einseitiger
Tremor,
Ruhetremor)
übersehen,
oder
die
Kombination
von
essentiellemTremor
mit
einem
M.
Parkinson
übersehen.
Daneben
werden
manchmal
dystone
Bewegungen
bei
einer
Dystonie
für
einen
Tremor
gehalten.
(Arch
Neurol.
2006;63:1100-1104).
Der
Tremor
nimmt
häufig
mit dem
Älterwerden
zu und
ist bei
Auftreten
im
Alter
meist
auch
von
vorneherein
schlimmer
als bei
jüngeren
Menschen.
Das
Vorhandensein
eines
Stimmtremors
und ein
einseitiger
Beginn,
sowie
das
Empfinden,
dass
der
Tremor
einseitig
ist,
sprechen
für
eine
etwas
schlechtere
Prognose
als
beim
Durchschnitt.
(J
Neurol
Neurosurg
Psychiatry
2006;77:1235–1237). |
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Behandlung |
| 1. Stufe: |
| Propranolol bei unter
60-Jährigen (30-240 mg langsam steigernd , (Darf nicht gegeben werden bei
Herzinsuffizienz, AV-Block, Asthma bronchiale, Diabetes
mellitus). Nebenwirkungen: Müdigkeit, Schwindel bei schnellem Aufstehen,
Impotenz, Depression. Hilft bei 50-60% der Patienten. Etwas weniger als
die Hälfte der Patienten vertragen das Mittel nicht oder es wirkt nicht. |
| Primidon bei über 60-Jährigen
(62,5-500 mg) (anfängliche Unverträglichkeitsreaktionen bei zu schnellem
Aufdosieren in Form von Übelkeit und Gangunsicherheit ). Auch hier gilt:
Etwas weniger als die Hälfte der Patienten vertragen das Mittel nicht oder
es wirkt nicht. |
| Falls eine der Substanzen
nicht ausreichend wirksam ist kann eine Kombinationsbehandlung
sinnvoll sein. |
| 2. Stufe: |
| Alprazolam (0,75-4 mg).
Clonazepam (1-6 mg) (bei vorwiegendem Bewegungstremor). Je nach
Behinderungsgrad der Patienten können Gabapentin oder Topiramat versucht
werden. Bei manchen Patienten scheint auch Nimodipin (30 mg TD) oder Flunarizin
(10 mg TD) zu wirken werden, Kalziumantagonisten werden aber in der
Wirksamkeit sehr kontrovers diskutiert. Mirtazapin und Methazolamid werden
manchmal ebenfalls eingesetzt, der Nutzen ist hier ebenfalls nicht sicher.
(Bezüglich der Nebenwirkungen von Gabapentin oder Topiramat siehe im
Kapitel Epilepsie) Alprazolam und Clonazepam können zu einer
Gewöhnung führen, deshalb sollte hier nur tageweise, wenn der Tremor
besonders stört, behandelt werden, dies gilt auch wenn ein Glas Wein das
Zittern vermindern soll. Eine Alternative für die Patienten, die ihren
Tremor nur in besonderen Situationen unterdrücken wollen, stellt
insbesondere Alprazolam aber dar. Alprazolam wird ansonsten in der
Behandlung von Panikstörungen eingesetzt und ist dort als einziges
Benzodiazepin für die Langzeitbehandlung zugelassen. Die Einordnung des
Abhängigkeitsrisikos und des Risikos für Unfälle und Stürze wird ebenfalls
kontrovers diskutiert. Diese Risiken bestehen aber unzweifelhaft, auch
wenn einzelne Untersuchungen dies nicht bestätigen, so sind doch die
überwiegende Zahl der Studien eindeutig. Nimodipin und Flunarizin
können sekundär leider manchmal hartnäckige Parkinsonsyndrome auslösen,
hier muss deshalb ebenfalls genau abgewogen werden. |
| 3. Stufe: |
| Behandlungsversuche mit
Acetazolamid oder Clozapin, beides ist in besonderen Fällen oft gut
wirksam. Hier sind aber spezielle Nebenwirkungen zu beachten, die vorher
genau besprochen werden müssen. Topiramat war in einer Studie ebenfalls
wirksam, in der Studie wurden allerdings hohe Dosen eingesetzt, die auch
kognitive Nebenwirkungen häufiger befürchten lassen, als in der Studie
angegeben. |
| 4. Stufe: |
| Bei schwerer Behinderung kann
eine lokale Botulinumtoxin-Injektion helfen (siehe auch
www.botulinumtoxin.de
Botulinum-Toxin-Therapie); bei schwerer Behinderung operative
Behandlung in der Regel die Hochfrequenzstimulation des Thalamus (Vim). |
|
Zuerst muss die richtige
Diagnose gestellt werden, dies ist auch deshalb wichtig, weil oft
verschiedene Tremorformen gleichzeitig vorliegen. Für die
meisten Patienten findet sich eine wirksame und verträgliche Behandlung.
Fast alle können mit der Krankheit leben lernen. Ein Rat an alle
Betroffenen: Verstecken Sie sich mit Ihrem Zittern nicht, Sie
machen es dadurch schlimmer. Bei starker sekundärer Angst ist
manchmal zusätzlich eine Verhaltenstherapie notwendig.
Aktuellere
Übersichtsarbeiten zur Behandlung des essentiellen Tremors:
Lyons K, Pahwa R, Comella C, Eisa M, Elble R, Fahn S, Jankovic J, Juncos
J, Koller W, Ondo W, Sethi K, Stern M, Tanner C, Tintner R, Watts
R.Benefits and risks of pharmacological treatments for essential tremor.
Drug Saf. 2003;26(7):461-81
Pahwa R, Lyons KE.Essential tremor: differential
diagnosis and current therapy.Am J Med. 2003 Aug
1;115(2):134-42.
Lambert D, Waters CH.Essential Tremor.
Curr Treat Options Neurol. 1999 Mar;1(1):6-13.
Zesiewicz TA, Encarnacion E, Hauser RA.Management
of essential tremor. Curr Neurol Neurosci Rep. 2002
Jul;2(4):324-30. Review.
Koller WC, Hristova A, Brin M.Pharmacologic
treatment of essential tremor. Neurology.
2000;54(11 Suppl 4):S30-8. Review.
Panicker JN, Pal PK.Clinical features,
assessment and treatment of essential tremor.J
Assoc Physicians India. 2003 Mar;51:276-9. Review.
Charles PD, Esper GJ, Davis TL, Maciunas RJ, Robertson D.Classification
of tremor and update on treatment.
Am Fam Physician. 1999 Mar 15;59(6):1565-72. Review.
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| Tremor bei
M. Parkinson (siehe auch die entsprechende
Seite der Homepage: |
| Alle Parkinson-Mittel (L-Dopa,
Anticholinergika > Dopaminagonisten > Amantadin) haben eine Wirkung auf
den Ruhetremor. Therapielimitierend sind die
Nebenwirkungen besonders Psychosen. Neben Parkinson-Mitteln ist eine
gute Wirksamkeit für Betablocker gezeigt. Auch Clozapin (12,575 mg) ist
gut wirksam, sollte aber aufgrund der möglichen Induktion einer
Agranulozytose nur als letzte Wahl, bei unzureichender Wirksamkeit der
übrigen Therapiestrategien bzw. bei Psychoseinduktion, zum Einsatz kommen.
Ist der Tremor refraktär gegenüber allen medikamentösen Strategien, so ist
eine chirurgische Therapie zu erwägen. |
| Der monosymptomatische
(benigne?) Ruhetremor, |
| der ohne die Zusatzsymptome
Akinese, Rigor oder Standstörung auftritt, ist eine bisher wenig
untersuchte Tremorform. Empirisch handelt es sich dabei oft um ältere
Patienten, die manchmal schon eine längere Vorgeschichte mit einem
essentiellen Haltetremor berichten. Aber auch nach einer längeren
Beobachtungsperiode entwickelt sich bei diesen Patienten kein klassisches
Parkinson - Syndrom. Bei solchen Patienten wurde unlängst mittels
PET-Untersuchungen nachgewiesen, dass ein Dopamin-Mangel im Striatum
vorliegt , der ähnlich ausgeprägt ist wie beim Morbus Parkinson. Daher
handelt es sich bei diesem Symptom möglicherweise doch um eine (wenn auch
benigne) Verlaufsform eines Morbus Parkinson. |
|
Zerebellärer Tremor:
|
| Von Kleinhirnschädigungen
ausgehender Intentionstremor mit einer
Amplitudenzunahme vor Erreichung eines Zielpunktes (z. B.
Finger-Nase-Test). Er ist meist mit einer Dysmetrie verbunden. Ein
posturaler Tremor kann vorkommen, aber kein Ruhetremor. Diese Tremorform
ist gewöhnlich mit wenigen Funktionsstörungen wie Rumpfataxie, Ataxie der
unteren Extremitäten (Knie-Hacke-Versuch), Gangstörung und Dysarthrie
korreliert. Zerebellärer Tremor ist Folge von Schaden im Zerebellum selbst
bzw. den efferenten Strukturen des Hirnstamms. Diagnostisch ist an
raumfordernde, degenerative und entzündliche Erkrankungen (z. B.
Encephalomyelitis disseminata) zu denken. Der niederfrequente proximale
Wackeltremor (Titubation) ist eine weitere Tremorform, die wahrscheinlich
auf eine Funktionsstörung des Kleinhirns zurückgeht. Kopf und/oder Rumpf
sind meist beteiligt. Eine wirksame medikamentöse Therapie gibt es
nicht. In Einzelfällen wurde über Wirksamkeit von Ondansetron,
Clonazepam, Carbamazepin und Cannabis berichtet. |
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Dystoner Tremor: |
| Siehe auch unter Dystonie. Der
dystone Tremor kann auf Anticholinergika und Clonazepam ansprechen. Bei
fokalem dystonen Tremor ist Botulinumtoxin die Therapie der Wahl.
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Holmes-Tremor (Synonyme: Mittelhirntremor,
Rubertremor, Myorhythmie, Tremor bei Benedikt-Syndrom, Bindearmtremor,
thalamischer Tremor etc. |
| Sie ist der Prototyp einer
symptomatischen, also durch eine fokale Funktionsstörung oder Hirnläsion
entstandene Tremorform. Man nimmt an, dass bei dieser Tremorform das
sowohl das nigro-striatale dopaminerge als auch das zerebellothalamische
System gestört sind Die klinische Symptomatik ist definiert aber
etwas variabel. Tremor in Ruhe bei Zielbewegungen
(Intentionstremor). Meist liegt dann auch ein Haltetremor vor, ein
posturaler Tremor kann vorkommen. Der Tremor ist oft nicht so rhythmisch
wie andere Zitterformen. Der Tremor hat eine Frequenz um 4 Hz, ist ein
Ruhetremor, der unter Halteaktivität und Bewegungen persistiert. Tritt
2-24 Monate nach einer Hirnschädigung auf. Eine stereotaktische
Beeinflussung kann versucht werden. Bei dieser seltenen Tremorform gibt es
keine kontrollierten Studien. Die Ruhetremorkomponente des Holmes-Tremors
kann auf L-Dopa, Anticholinergika oder Clonazepam ansprechen. |
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Orthostatischer Tremor:
|
|
Zittern
der Beine beim Stehen) Die Frequenz von 16 -18 Hz ist typisch
und wurde bisher bei keiner anderen Tremorform beschrieben. Nadel-EMGs
zeigen aber auch Frequenzen von 6 bis 8 Hz. Er tritt meist
im mittleren oder hohen Lebensalter auf, das Stehen wird
unsicher, beim Gehen und Sitzen verschwindet er. Es handelt sich um einen
"Aufgabenspezifischen Tremor". O-Tremor tritt nicht nur
an den Beinen auf, er tritt bei Muskelanspannung genauso an den Armen auf
und er verschwindet an den Beinen, sobald diese nicht mehr das
Körpergewicht tragen (z.B. hochgestreckt werden). Beschrieben ist
auch ein Fall bei dem der OT am Unterkiefer auftrat. Die Patienten stehen
breitbeinig und gehen aber normal, stehen kann manchmal für die Patienten
fast unmöglich werden.. Der Tremor bessert sich beim Gehen oder Sitzen
rasch, was neben dem häufigen Ansprechen auf Clonazepam oder Primidon,
nicht aber auf Betablocker, als diagnostisches Kriterium gelten kann. Entscheidend beim Stehen ist, dass auch
das Körper dabei entsprechend der Schwerkraft getragen wird. Ein sehr
feines Muskelwogen kann sichtbar sein. Wenn man den Patienten aus der
stehenden Position hochhebt verschwindet der Tremor. Beim Gehen kann er am
nicht tragenden Bein vorhanden sein, beim "Stehen auf allen Vieren" kann
er auch an den Armen auftreten. 30% der Patienten haben auch einen
essentiellen Tremor. Es besteht eine subjektive Standunsicherheit, die
selten auch beim Gehen auftritt. Gelegentlich können Patienten aus dem
Stand hinfallen. Die Patienten haben aber keine Probleme beim Sitzen oder
Liegen, der klinische Befund ist nahezu unauffällig bis auf die
Standunsicherheit und ein gelegentlich sicht- oder tastbares
hochfrequentes Zittern der Beinmuskeln. Die Diagnose kann nur im EMG
gesichert werden. Symptomatischer orthostatischer Tremor wurde
bei nicht tumorbedingter Aqueduktstenose, beim Guillain Barre Syndrom, bei
Pontinen Läsionen, und nach Schädeltrauma beobachtet. (Benito-Leon
Jet al 1997).Bei dieser seltenen Tremorform gibt es keine kontrollierten
Studien. Clonazepam und Primidon können wirksam sein. Heilman 1984 war der
Erstbeschreiber. Das
Krankheitsbild ist selten und wird, wenn es isoliert auftritt, oft als
psychogen verkannt. Dopaminagonisten (Prampipexol = Sabril) könnten
helfen, behaupten Einzelfallberichte (Arch Neurol, 57 (2000) 1519-1520.
Allerdings sind auch Fälle beschrieben, bei denen sich der OT bei
Parkinsonpatienten auf L-dopa nicht besserte, aber auf Benzodiazepine
ansprach. (Apartis
E, Tison F, Arne P, Jedynak CP, Vidailhet M.) In Einzelfällen ist auch
ein Ansprechen auf Gabapentin berichtet
worden.
Auch andere Tremores können zu Störungen des Standes führen (zerebellärer
Tremor, essenzieller Tremor, Parkinson-Tremor). In diesen Fällen liegt
immer eine niedrigere Tremor-Frequenz vor. In einer Studie hatten
15,7% von185 Patienten mit essentiellem Tremor auch eine Beinbeteiligung.
Ein ausschließlicher Beintremor wurde bei immerhin 2,2% der Patienten mit
essentiellem Tremor beobachtet. Entscheidend für die Unterscheidung ist
also die Oszillationsfrequenz, die beim OT im Bereicht zwischen 14 und 18
Hz liegt und beim essentiellen Tremor selten 10Hz überschreitet. Das
Krankheitsbild ist in der Regel progredient. Es ist eine der Ursachen der
Unfähigkeit zu stehen im Alter.
- Boroojerdi B, Ferbert A, Foltys H, Kosinski CM, Noth J, Schwarz M.
Evidence for a non-orthostatic origin of orthostatic tremor.
J
Neurol Neurosurg Psychiatry 1999; 66: 284–8.
- V. S. C. Fung, D. Sauner, and B. L. Day,
A dissociation between subjective and
objective unsteadiness in primary orthostatic tremor, Brain,
February 1, 2001; 124(2): 322 - 330.
[Abstract]
[Full
Text]
- Britton TC, Thompson PD. Primary orthostatic tremor [editorial].
BMJ
1995; 310: 143–4 McAuley JH, Britton TC, Rothwell JC, Findley LJ,
Marsden CD. The timing of primary orthostatic tremor bursts has a
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Brain 2000; 123: 254–66
- J. H. McAuley and C. D. Marsden,
Physiological and pathological tremors
and rhythmic central motor control, Brain, August 1, 2000;
123(8): 1545 - 1567.
[Abstract]
[Full
Text] .
- G Bain, THE MANAGEMENT OF
TREMOR, J. Neurol. Neurosurg. Psychiatry, March 1, 2002;
72(90001): i3 - 9.
[Full
Text]
[PDF]
|
| Primärer
Schreibtremor: |
| Die Ursache des primären
Schreibtremor ist strittig. Einige Autoren halten ihn für eine Variante
des essentiellen Tremors während andere glauben es handle sich um eine
fokale Dystonie. Im Gegensatz zum Intentionstremor, ist der primäre
Schreibtremor einseitig tritt bei komplizierten Aufgaben eher auf. Es
gibt ihn sporadisch und in einer autosomal dominant erblichen Form. Es
gibt 2 Formen. Typ A tritt nur beim Schreiben auf, Typ B schon
wenn die Hand eine Position wie beim Schrieben einnimmt. Einfache Pronations- und
Suppinations-Bewegungen lösen den einfachen kinetischen
Tremor aus. Bei dieser seltenen Tremorform gibt es keine kontrollierten
Studien. Propranolol, Primidon und Botulinumtoxininjektionen können
wirksam sein. |
|
Medikamentös verursachter Tremor |
| Viele Medikamente rufen einen
Tremor unterschiedlicher Frequenz hervor, indem sie an verschiedenen
Stellen des zentralen und peripheren Nervensystems angreifen: -
Medikamente mit zentraler cholinerger Wirkung, z. B. Acetylcholin,
Cholinesterasehemmer- Medikamente mit zentral monoaminerger
Wirkung, z. B. Neuroleptika, Thymoleptika. Medikamente mit peripher
adrenerger Wirkung, z. B. Epinephrin, Betamimetika, Lithium, Koffein,
Amphetamine, Kortikosteroide, Medikamente, die einen Halte- und/oder
Aktionstremor verursachen, z. B. Schwermetalle, Chelatbildner,
Tetrachlorkohlenstoff. Auch der Entzug von tremordämpfenden Substanzen
kann Tremor auslösen, z. B. Alkohol oder Betarezeptorenblocker. Am
häufigsten ist ein verstärkter physiologischer Tremor durch
Sympathomimetika, Antidepressiva oder Alkoholentzug. Neuroleptika oder
Dopaminantagonisten verursachen einen klassischen Parkinsontremor.
Langzeit- Neuroleptika- Behandlung erzeugt einen posturalen Tremor mit
einer Frequenz von 3 bis 5 Hz, der aber auch bei Ruhe und zielgerichteten
Bewegungen vorhanden ist. Man nennt ihn tardiven Tremor-
Behandlung wenn möglich Absetzen Versuch mit Clozapin, eine Patientin in
meiner Praxis sprach in geringem Umfang aber mit guter subjektiver
Besserung auf geringe Dosen L- Dopa an. Lithiumintoxikationen
können einen cerebellären Tremor verursachen. Die Behandlung ist nach
Möglichkeit Absetzen der verursachenden Medikation |
| Medikamente und Drogen, die
einen Tremor auslösen oder verstärken können, Beispiele:
Adrenokortikosteroide, Alkohol, Amphetamine, Antiarhythmika (Amiodaron),
Antidepressiva (vor allem trizyklische Antidepressiva),
Antiöstrogene (Tamoxifen), Antipsychotika, Betamimetika,
Bronchodilatatoren (β2-Agonisten),
Calcitonin, Cholinesterasehemmer, Dopamin,
Epinephrin, Immunsuppressiva (Cyclosporin A),Koffein,
Kokain, Lithium, Metoclopramid, Mexiletin, Procainamid, Neuroleptika,
Perhexilin, Progesteron, (Medroxyprogesteronazetat), Reserpin,
Schilddrüsenhormone, Steroide, Sympathikomimetika, Tetrabenazin,
Theophyllin, Valproat, Zytostatika (Vincristin, Adriablastin,
Cytosinarabinoside, Ifosfamid) Gifte:
Alkohol, Arsen , Blei,
Chelatbildner, CO,
DDT, Dioxin, Lindan, Mangan, Nikotin, Quecksilber,
Tetrachlorkohlenstoff,
Toluol, Zyanid |
|
Psychogener Tremor |
| Die Abgrenzung eines
psychogenen Tremors von organisch fundierten Formen ist schwierig, da bei
fast allen Tremorformen eine Abhängigkeit von der emotionalen Situation
besteht. Somit ist das Nachlassen des Tremors bei verminderter
Aufmerksamkeit kein verlässliches Kriterium. Als relativ typisch angesehen
wird die wechselnde Frequenz und eine Mischbild zwischen verschiedenen
Tremorformen. Meist findet man eine Kombination von Ruhe- posturalem
oder Intentions Tremor. Die Finger sollen meist nicht betroffen sein.
Manchmal ist bei der psychiatrisch- biographischen Anamnese ein Auslöser
oder ein nachvollziehbarer Krankheitsgewinn nachweisbar. Bei Ablenkung
lässt der Tremor meist nach, ebenso kommt es zu einer Abnahme der
Tremoramplitude oder Veränderung der Frequenz bei Ablenkung oder bei
repetitiven Willkürbewegungen der kontralateralen Hand. Entscheidend ist
es, organische Erkrankungen auszuschließen. Durch Kokontraktion
antagonistischer Muskeln wird der Klonusmechanismus der Extremitäten
ausgenutzt. Deshalb kommt dem Nachweis des Koaktivierungszeichens beim
psychogenen Tremor besondere Bedeutung zu. Es wird geprüft, indem während
des Zitterns der Tonus durch Rigorprüfung getestet wird. Beim psychogenen
Tremor fällt dann bei der passiven Gelenksbewegung auf, dass die
antagonistischen Muskeln gleichzeitig angespannt sind. Es handelt sich um
keine Ausschlussdiagnose, vielmehr wird die Diagnose durch ausführliche
Anamnese und genaue Untersuchung gestellt. |
|
Flapping-Tremor |
| Zur Prüfung des
Flappingtremors wird der Patient aufgefordert, die Hand mit gestreckten
Fingern geradezuhalten. Es treten dann - bedingt durch vorübergehende,
sehr kurzfristige Hemmungen der Handextensoren -ziemlich regelmäßige
plötzliche Flexionen im Handgelenk auf. Diese werden sofort von
Extensionen auf die ursprüngliche Stellung korrigiert. Es handelt sich um
einen grobschlägigen Tremor, der bei seitlich gehaltenen Armen einen
flügelschlagenden Eindruck macht, bedingt durch einen Wechsel von
schnellen Streckbewegungen der Hände und einem ebenso schnellen
Tonusverlust. Er ist typisch für den Morbus Wilson, Leberzirrhose, und
andere metabolische Enzephalopathien . |
| Isolierter
Kinn- Tremor wird auch Geniospasmus
genannt, er ist eine autosomal dominante erbliche Erkrankung.
Typischerweise treten episodisch, üblicherweise stressinduziert,
hochfrequente, Kontraktionen des Muskulus mentalis auf. Beginn ist in der
Regel die frühe Kindheit. Meist bestehen kein anderen neurologischen
Auffälligkeiten, solche sind aber in seltenen Fällen beschrieben.
orolingualer Tremor ist definiert
als eine rhythmische, unwillkühliche oszillatorische Bewegung des
Unterkiefers, der Zunge, des Pharynx, und/oder der unteren
Gesichtshälfte. Dieser wird unterteilt in essentiellen
orolingualen Tremor 4-10 Hz Tremor, hauptsächlich bei Anspannung
oder Aktion, nimmt beim Sprechen oder Schlucken zu, ist aber nicht
aufgabenspezifisch, und tritt in der Regel im Rahmen eines anderen
essentiellen Tremors auf. Orthostatischer Orolingualer
Tremor Der Tremor betrifft den Unterkiefer und hat eine Frequenz
von 13–18 Hz, in der Regel im Rahmen eines Orthostatischen Tremors der
Beine. Dystoner Tremor und Tremor assoziert mit einer Dystonie.
Psychogener orolingualer Tremor, Orolingualer Parkinsontremor .
Medikamenten induzierter orolingualer Tremor. Die Behandlung
richtet sich nach der Syndromdiagnose und erfolgt analog dem
Tremorsyndrom. (Movement Disorders Vol. 23, No. 2, 2008, pp. 159–167)
Isolierter
Stimmtremor tritt in 2 Varianten auf. Eine davon wird als
fokale Dystonie der Stimmbänder angesehen. Die andere scheint eine
Variante des essentiellen Tremor zu sein. |
| Palataler
(Gaumen) Tremor kann entweder
symptomatisch als Folge von Hirnstamm oder Kleinhirnläsionen sein oder
essentiell ohne erkennbare Ursache. Bei symptomatischem palatalem Tremor,
sieht man im Kernspin oft eine oliväre Hypertrophie. Bei der essentiellen
Form hört der Patient meist ein Klicken im Ohr, das bei den
symptomatischen Formen nicht auftritt. Die symptomatische Form wird häufig
von einem vertikalen Pendelnystagmus begleitet. Rhythmische Bewegungen
des M. tensor veli palatini und M. levator veli palatini treten bei der
essentiellen und symptomatischen Form des palatalen Tremor auf.
Symptomatischer palataler Tremor wurde bei Patienten mit cerebrovaskulären
Erkrankungen, Enzephalitis, Multiple Sklerose, Trauma, und
neurodegenerativen Erkrankungen wie olivopontocerebellärer Atrophie,
Alexanderkrankheit, spinocerebellärer Degeneration, progressiver
supranukleärer Lähmung u.a.. beobachtet. Etwa 2/3 der Patienten mit
palatalem Tremor und neurodegenerativen Erkrankungen haben auch an anderen
Körperteilen einen Tremor (Körper, Augen, Kehlkopf, Nacken, Zwerchfell.
Neuere Studien beschreiben auch eine psychogene Variante des Palatalen
Tremors . Bei diesen Patienten ändert sich oft die Frequenz bei
gleichzeitig ausgeführten anspruchvolleren motorischen Aufgaben. Manche
Patienten mit der psychogenen Variante haben sich bestimmte Manöver
angeeignet, mit denen sie den Gaumentremor unterdrücken können,
Ablenkung beendet bei der psychogenen Variante ebenfalls oft den Tremor.
Das MRT des Kopfes ist bei der psychogenen Variante immer normal. .
Zadikoff C, Lang AE, Klein C. The ‘essentials’ of essential palatal
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Journal of Neurology DOI 10.1007/s00415-005-0861-5 |
Tremor bei MS
Mehr als die Hälfte aller Patienten mit einer MS entwickeln irgendwann
einen Tremor, in eine Studie waren bei 56% die Arme, bei 10% die Beine und
bei 9% der Kopf sowie bei 7% der Rumpf beteiligt. Das Gesicht, die Zunge
und der Unterkiefer waren ausgespart. Alle Patienten hatten eine
Aktionstremor, entweder postural oder kinetisch (einschließlich
Intentionstremor). Ruhe-, Holmes' (‘rubral’) und primär orthostatische
Tremores scheinen sehr selten zu sein. Nur in 15% der Fälle war der Tremor
schwer. Ein schwerer Tremor war meist mit einer Dysarthrie, Dysmetrie und
Dysdiadochokinese vergesellschaftet. Ein schwerer Tremor führte häufig zu
einer allgemein schweren Beeinträchtigung und nicht selten zur
Rollstuhlpflicht. Die Behandlung des Tremors bei MS ist allgemein
schwierig. Es gibt Berichte über den Einsatz von Carbamazepin, Clonazepam,
Glutethamid, Hyoscin, Isoniazid, Ondansetron, Primidon und
Tetrahydrocannabinol. Propranolol in einer Dosis von 160–240 mg/Tag wird
ebenfalls als wirksam berichtet. Stereotaktische Thalamotomien,
Thalamusstimulationen sind neurochirurgisch erfolgreich eingesetzt worden.
Neuerdings werden auch Stimulationen am Nukleus ventralis oralis posterior
erfolgreich eingesetzt. |
Neuropathischer Tremor
Diese Tremorform ist sehr selten. Tremor wurde bei vielen Neuropathien
einschließlich der X-chormosomalen bulbospinomusculären Atrophy, der
hereditären motorisch- sensorischen Neuropathie, der
multifokalen motorischen Neuropathie beim Charcot-Marie-Tooth Syndrom beim
Guillain-Barré Syndrom, bei der humanen T-lymphotropischen Virus
1-assoziierten Neuropathie beobachtet, allerdings sind die
demyelinisiernden Neuropathien und Dysgammaglobulinämischen Neuropathien
die häufigsten Ursachen dieses Tremors. Typischerweise handelt es sich um
einen Aktionstremor und um meist posturale und kinetische Tremores,
er kann manchmal schwer vom essentiellen Tremor zu unterscheiden sein.
Die Frequenz in Handmuskeln kann niedriger als in proximalen Armmuskeln
sein Es wird angenommen, dass dieser Tremor auf einer
gestörter Interaktion zwischen peripheren und zentralen Strukturen beruht.
Noch unklar ist ob der
Taschentragetremor- ein isolierter einseitiger niederfrequenter
Unterarm-Tremor beim Tragen von Gegenständen tatsächlich eine
eigenständige Tremorform ist. Behandlungempfehlungen gibt es noch keine. |
| Unter
Kamptokormia wird eine unwillkürliche
Beugung des Rumpfes nach vorn, welche im Sitzen und Stehen auftritt,
verstanden. Vom griechischen « kamptein » beugen und « kormos » den Rumpf
oder die Kyphose, wurde der Begriff 1905 vom französischen Neurologen
Souques geprägt. Damals ging es um Soldaten, die der Front entgehen
wollten und so eine Bewegungsstörung entwickelten. Damals wurde auch vom
nach vorn gebeugten Rücken der Soldaten gesprochen. Bei jungen Patienten
sollen auch heute noch psychogene Ursachen nicht selten sein. Je älter der
Patient, um so eher ist aber von einer organischen Grunderkrankung
auszugehen. Unter Kamptokormia wird eine unwillkürliche Beugung des
Rumpfes nach vorn, welche im Sitzen und Stehen auftritt, verstanden, die
Symptome nehmen bei Müdigkeit zu. Auftreten meist nach dem 60 LJ, bei
Frauen häufiger als bei Männern beschrieben. Die Krankheit ist seit über
180 Jahren bekannt, sie wurde bisher pathogenetisch unterschiedlich
eingeordnet. In erster Linie wurde eine psychogene Erkrankung postuliert.
Bei primären Formen handelt es sich wohl um eine segmentale Dystonie der
Bauchwandmuskulatur. Unter den sekundären Formen ist neben anderen
Erkrankungen (psychogene Störung, Neurose, fokale Dystonien,
neuroleptikaindzuziert, ALS, Muskeldystrophie, Myositis, M. Parkinson,
Multisystematrophie, thorakolumbale Kyphose, spinale Raumforderungen,
Myelitiden, paraneoplastisches Syndrom, metabolische Myopathien, fokale
Myopathien der Rückenmuskulatur im Alter, Hypothyroidismus, Osteomalazie,
Polymyositiden und Dermatomyositiden, mitochondriale
Myopathien) wegen der erfolgreichen Behandlungsmöglichkeiten die
Kamptokormia im Rahmen eines essenziellen Tremors besonders zu bedenken.
Die Möglichkeit einer Kombinationen der Bauchwanddystonie mit einem
essenziellen Tremor ist also
möglich. Eine muskuläre Insuffizienz der Rumpfmuskulatur soll die K. auch
begünstigen. Die Behandlung richtet sich vornehmlich nach der
Grunderkrankung. Erfolgreiche Behandlungen mit Tiefenstimulation sind
berichtet |
| Bei verschiedenen
Tremorformen werden stereotaktische Behandlungen
durchgeführt: Die Thermokoagulation ist beim Parkinsontremor, beim
essentiellen Tremor, beim zerebellären Tremor und beim Holmes-Tremor
wirksam. Die Erfolge der stereotaktischen Operationen sind bei Parkinson
und essentiellem Haltetremor besser als beim Intentionstremor und liegen
zwischen 50 und 85 Prozent. Limitierend sind Nebenwirkungen, vor allem
Dysarthrie, seltener Halbseitensymptome und gelegentlich psychoorganische
Störungen. Durch die Entdeckung der Hochfrequenzstimulation ist ein neues
Verfahren entwickelt worden, das zu einem Hoffnungsträger für die Therapie
schwerstbehindernder Tremorerkrankungen geworden ist. Die
Tiefenhirnstimulation des Thalamus ist der Thalamotomie hinsichtlich
Wirksamkeit und Nebenwirkungen überlegen. Werden die Ergebnisse nach
Krankheitsgruppen aufgeteilt, zeigt sich, dass nur die Patienten mit
Parkinson-Tremor und mit essentiellem Tremor, nicht dagegen die Patienten
mit MS-Tremor hinsichtlich des Hauptzielkriteriums Funktionsverbesserung
profitieren. Dies ist natürlich wesentlich dadurch bedingt, dass
MS-Patienten nicht nur durch ihren Tremor, sondern auch durch eine Reihe
anderer Ausfälle behindert sind. Bei der MS können auch verschiedene
Tremorformen auftreten, so dass zukünftige Studien hier genauer
differenzieren müssen. Bezüglich des Zielparameters Tremorstärke zeigte
die DBS (deep brain stimulation)-Gruppe für alle 3 Diagnosen ein besseres
Ergebnis. Auch die Patientenzufriedenheit war mit der DBS signifikant
größer . Die Stimulation des Nukleus subthalamicus bringt für die
Behandlung der Parkinson-Krankheit und insbesondere des Parkinson-Tremores
bessere Ergebnisse als die Behandlung des Thalamus egal ob mit
läsionellem Verfahren oder mit der DBS. In Deutschland konnte sich die
Arbeitgemeinschaft Tiefenhirnstimulation im Kompetenznetzwerk Parkinson,
die gemeinsam solche Studien durchführt, nicht zu einer Vergleichsstudie
zwischen Stimulation und Läsion des Nukleus subthalamicus entschließen,
weil die Gefahr der Auslösung eines Ballismus durch die Läsion zu groß
eingeschätzt wurde G. Deuschl, K.In.Fo.Neurologie &
Psychiatrie 2000;2:270 (Nr. 4)
|
|
 |
|
| Klassifikation
des Tremor |
Klinisches Erscheinungsbild |
Ursache |
| Ruhetremor |
tritt auf
wenn keine willentliche Muskelaktivität vorhanden ist, und die Gliedmaße
in vollem Umfang gegen die Schwerkraft unterstützt ist, also nicht
gehalten werden muss, nimmt typischerweise bei willkürlichen Bewegungen ab. |
M. Parkinson |
|
Aktionstremor |
|
|
|
a) posturaler Tremor |
wird durch
die willkürliche Einnahme einer bestimmten Körperposition gegen die
Schwerkraft ausgelöst. |
physiologischer Tremor, essentieller Tremor, medikamenteninduzierter
Tremor |
| b)
kinetischer Tremor |
tritt bei
Willkürbewegung auf. |
M.
Parkinson, Kleinhirnläsionen (Intentionstremor), primärer Schreibtremor,
Holmes-Tremor, Medikamenten-induzierten Tremor |
| c)
isometrischer Tremor |
tritt auf
wenn eine Willkürbewegung durch ein starres Objekt blockiert wird |
|
|
orthostatischer Tremor |
16 Hz, das
Stehen wird unsicher, beim Gehen und Sitzen verschwindet er. Die Patienten
stehen breitbeinig und gehen aber normal. Nur im EMG diagnostizierbar.
|
nicht
tumorbedingte Aqueduktstenose, beim Guillain Barre Syndrom, bei Pontinen
Läsionen, und nach Schädeltrauma |
| Isolierter
Kinn- Tremor wird auch Geniospasmus genannt,. |
episodisch,
üblicherweise stressinduziert, hochfrequente, Kontraktionen des Muskulus
mentalis auf. Beginn ist in der Regel die frühe Kindheit |
autosomal
dominante erbliche Erkrankung |
Neuropathischer Tremor
|
Typischerweise handelt es sich
um einen Aktionstremor der dem essentiellen Tremor ähnelt. |
bei vielen Neuropathien,
die demyelinisiernden Neuropathien und Dysgammaglobulinämischen
Neuropathien sind die häufigsten Ursachen dieses Tremors. |
| Palataler
(Gaumen) Tremor . |
Bei der
essentiellen Form hört der Patient meist ein Klicken im Ohr, Die
symptomatische Form wird häufig von einem vertikalen Pendelnystagmus
begleitet. |
kann
entweder symptomatisch als Folge von Hirnstamm oder Kleinhirnläsionen sein
oder essentiell ohne erkennbare Ursache. |
| psychogener Tremor |
betrifft meist nicht die
Finger, Amplitude nimmt bei Ablenkung meist ab |
|
|
Flapping-Tremor |
ziemlich
regelmäßige plötzliche Flexionen im Handgelenk auf. Diese werden sofort
von Extensionen auf die ursprüngliche Stellung korrigiert. Es handelt sich
um einen grobschlägigen Tremor, der bei seitlich gehaltenen Armen einen
flügelschlagenden Eindruck macht, bedingt durch einen Wechsel von
schnellen Streckbewegungen der Hände und einem ebenso schnellen
Tonusverlust |
typisch für
den Morbus Wilson, Leberzirrhose, und andere metabolische Enzephalopathien
. |
| isolierter Stimmtremor
|
|
fokale Dystonie der
Stimmbänder oder Variante des essentiellen Tremor |
| |
Idiopathisches Parkinson-Syndrom |
Tremor essentieller |
| |
|
|
| Frequenz des Tremors |
4-6/sek |
6-12 |
| Symmetrie (beide
Seiten gleich betroffen) |
manchmal |
fast immer |
| kleines Schriftbild |
häufig |
nein |
| Erkrankungsbeginn |
> 50 Jahre |
selten über 60
manchmal im Jugendalter |
| reduziertes
Mitschwingen der Arme |
meistens |
sehr selten |
| Vererbung |
sehr selten |
meistens oder oft |
| Besserung nach
Alkoholgenuss |
selten |
meistens |
| Akinese
(Bewegungsarmut) |
sehr häufig |
nie |
| Kinntremor |
oft |
sehr selten |
| Ansprechen auf
Anticholinergika |
etwas bis gut |
nein |
| Ansprechen auf L-Dopa |
meistens |
nie |
| Ansprechen auf
Betablocker und Primidon |
nein |
meistens |
| Arme am stärksten
betroffen |
manchmal bis oft,
zusätzlich Beine |
fast immer, zusätzlich
Kopf und Stimme |
| Art des Tremors |
Ruhetremor |
Haltetremor oder kinetischer Tremor |

| Tremortyp |
Behandlung |
| Physiologischer Tremor |
Behandlung der Auslöser,
Betablocker |
| Ruhe Tremor |
Anticholinergika, L- Dopa,
Amantadin, Apomorphin, Neurochirurgie |
| Posturaler Tremor |
Alkohol* Betablocker,
Primidon, Clozapin, Botulinumtoxin, Neurochirurgie |
| Kinetischer Tremor |
Alkohol*, Betablocker,
Primidon, Anticholinergika, |
| Orthostatischer Tremor |
Clonazepam, Clordiazepoxid,
L-Dopa, Gabapentin, Valproinsäure, |
| Dystoner Tremor |
Clonazepam, Botulinumtoxin,
Anticholinergika, |
| Neuropathischer Tremor |
Betablocker, Alkohol*, |
| |
*in geringen Mengen vor
Situationen in denen der Tremor besonders stört, wenn keine
Dauermedikation erforderlich ist. |
| Das Minimalkriterium dafür, dass bei einem Patient
eine neurochirurgische Behandlung seines Tremors in Frage
kommt ist; dass die medikamentöse Behandlung nicht anspricht, der Tremor zu
einer schweren Behinderung führt und keine Kontraindikationen vorhanden
sind. |
| Thalamotomie und thalamische Stimulation bringt eine Besserung
des Tremors bei 80% bis 90% der Parkinsonpatienten, eine einseitige
Thalamotomie verbessert den kontralateralen Tremor bei 90% der Patienten.
Bei beidseitiger Behandlung ist als Komplikation eine Dysphagie und
Dysarthrie nicht selten. |
| Die Stimulation hat tendenziell weniger Nebenwirkungen als die
Thermokoagulation, einschließlich einer niedrigeren perioperativen
Mortalität. |
| Andere Zielgebiete der neurochirurgischen Behandlung des
Parkinson-Tremores sind das innere Pallidum (Pallidotomie) und der Nukleus
Subthalamicus. Die Erfolgsraten sind ähnlich hoch. Die Pallidotomie
verbessert auch die Akinesie und reduziert die Levodopa-induzierten
Dyskinesien. Nebenwirkungen sind Gesichtsfeldefekte, Hemiparese,
Dysarthrie, und Kognitive Defizite. |
| Die Stimulation des Nukleus Subthalamicus verbessert nicht nur den
Tremor sondern in 70% auch die Akinesie |
| Thalamotomie verbessert bei 69% bis 93% der Patienten den essentiellen
Tremor auf der Gegenseite. |
| In kleinen Studien zeigen sich auch Erfolge bei Tremor im Rahmen der
MS |
| Einzelfallveröffentlichungen zeigen auch eine Besserung des
aufgaben-spezifischen Tremors durch eine Thalamotomie |
-
http://www.tremor.org Gabi Wittland gut besuchte und
gut gemachte Seite einer Betroffenen
-
Tremor
Leitlinie DGN
AWMF online - Leitlinie Neurologie: Tremor
-
LeitlinieTremor essentieller
essentieller Tremor we move Englisch
-
Klinische Tremor-Beurteilungsskala auf der Seite der TU München
-
Tremor-Syndrome in Neuroscript
-
Western Essential Tremor Network
-
International Tremor Foundation
-
www.botulinumtoxin.de
-
Botulinum-Toxin-Therapie
Tremor kurz
|
| Tremor Typ |
Frequenz |
Häufigste Ursache |
Behandlung |
| Halte |
(4) 6-12 Hz |
Essentieller Tremor |
Propranolol |
| Ruhe |
4-6 Hz |
Parkinson Tremor |
Levodopa |
| Intention |
Variabel |
Cerebellare Läsion |
Thalamotomie ? |
 |
Anschrift des Verfassers: (Praxisadresse) |
|
Feedback: |
Karl C. Mayer |
|
Gästebuch |
Bergheimerstraße 56a |
|
E-Mail |
69115 Heidelberg |
-
Deuschl G, Bain P, Brin M. Consensus statement of Movement Disorder
Society on Tremor.Mov Disord.1998;13(suppl 3):2-23.
-
Habib-ur-Rehman, MRCP
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Angaben überprüfen und ggf. korrigieren. Die Benutzung erfolgt
ausschließlich auf Gefahr des Anwenders. Nochmals eine Wiederholung des
Hinweises vom Beginn der Seite: |
| Bitte bedenken Sie immer einen Arztbesuch oder
die Stellung einer richtigen Diagnose kann das Internet nicht ersetzen.
Entsprechend sind bisher auch keine "Arztbesuche" via Internet möglich.
Hiergegen sprechen nicht nur ganz erhebliche juristische Bedenken, für
eine ärztliche Behandlung ist immer noch ein persönlicher Kontakt
entscheidend. Für die Diagnosenstellung benötigt ihr Arzt alle seine fünf
Sinne. Apparative Befunde wie Röntgenbilder oder Laborwerte lassen sich
inzwischen per Internet gut übermitteln, zur Stellung einer
Diagnose bleiben sie weiterhin nur Hilfsmittel, die ausschließlich in
einem Gesamtzusammenhang eine Bedeutung haben. Die meisten Diagnosen
werden im ärztlichen Untersuchungsgespräch (Anamnese) gestellt. Auch jede
Behandlung muß auf das Individuum abgestimmt werden. |
| Medikamente sollte man in der Regel nicht im
Internet bestellen. Neben oft
unzureichender Qualität, fehlt vorallem die Indikationsstellung und die
korrekte Aufklärung, von Haftungsfragen bei gravierenden Nebenwirkungen
abgesehen. |
| Sämtliche Äußerungen auf diesen Seiten erfolgen unter
Ausschluss jeglicher Haftung für möglicherweise unzutreffende Angaben
tatsächlicher oder rechtlicher Art. Ansprüche irgendwelcher Art können aus
eventuell unzutreffenden Angaben nicht hergeleitet werden.
Selbstverständlich erheben die Aussagen keinen Anspruch auf allgemeine
Gültigkeit, es wird daneben eine Vielzahl vollkommen anderer Erfahrungen
und Auffassungen geben. Für die Abmahnwütigen noch ein Hinweis zu den
Links auf diesen Webseiten: Ich distanziere mich ausdrücklich von den
Inhalten der Webseiten und Internetressourcen, auf die ich mit meinen
Links verweise. Die Haftung für Inhalte der verlinkten Seiten wird
ausdrücklich ausgeschlossen. Bitte beachten Sie, diese Webseite ersetzt
keine medizinische Diagnosestellung oder Behandlung. Es wird hier versucht
einen Überblick über den derzeitigen Stand der medizinischen Forschung
auch für interessierte Laien zu geben, dies ist nicht immer aktuell
möglich. Es ist auch nicht möglich, dass ein Arzt immer auf dem
aktuellsten Stand der medizinischen Forschung in allen Bereichen seines
Faches ist. Es ist immer möglich, dass die medizinische Forschung
hier noch als wirksam und ungefährlich dargestellte Behandlungsmaßnahmen
inzwischen als gefährlich oder unwirksam erwiesen hat. Lesen Sie bei
Medikamenten immer den Beipackzettel und fragen Sie bei Unklarheiten Ihren
behandelnden Arzt. Medikamentöse Behandlungen auch mit freiverkäuflichen
Medikamenten bedürfen ärztlicher Aufsicht und Anleitung. Dies gilt auch
für alle anderen Behandlungsverfahren. Die hier angebotenen Informationen
können nicht immer für jeden verständlich sein. Um Mitteilung wo dies
nicht der Fall ist bin ich dankbar. Fragen Sie hierzu immer Ihren
behandelnden Arzt. Dieser weiß in der Regel über die hier dargestellten
Sachverhalte gut Bescheid und kann Ihren individuellen Fall und Ihre
Beschwerden besser einordnen- was für einen bestimmten Patienten nützlich
ist, kann einem anderen schaden. Selbstverständlich gibt es zu den
meisten Themen unterschiedliche Auffassungen. Soweit möglich wird hier
dargestellt woher die Informationen stammen. In den meisten Fällen mit
einem entsprechenden Link (da diese oft ohne Ankündigung geändert werden,
sind diese leider nicht immer aktuell zu halten).. Leider ist die zitierte
Literatur nicht immer kostenfrei zugänglich. Die Beschränkung auf
kostenfrei zugängliche Literatur würde manches sehr oberflächlich lassen.
In der Regel versuche ich mich in der Darstellung an deutschen oder
internationalen Leitlinien der Fachgesellschaften und Metaanalysen der
Literatur zu orientieren. Auch dies ist nicht überall möglich. Zum einen
gibt es nicht überall solche Leitlinien, zum anderen werden diese mir
nicht immer sofort bekannt. Manche Leitlinien sind lange nicht
aktualisiert worden und von neuerer Literatur überholt, bzw,
ergänzungsbedürftig. Wenn möglich sind im Text Links zu solchen
Leitlinien eingebaut. Auch Leitlinien sind nur Orientierungen, sie
schließen nicht aus, dass generell oder im Einzelfall Fehler enthalten
sind oder diese im Einzelfall nicht anwendbar sind. Ziel der Darstellung
ist hier definitiv nicht, mich als Experten für irgendeines der in der
Homepage dargestellten Krankheitsbilder auszuweisen. Ich gehe davon aus,
dass alle vergleichbaren Fachärzte für Neurologie, Psychotherapeutische
Medizin und Psychiatrie ihre Patienten sorgfältig und genau so gut wie ich
behandeln. Sollten Sie über eine Suchmaschine direkt auf diese Seite
gekommen sein, werden Sie gebeten auch die Hauptseite
aufzusuchen. Dort finden Sie einen Link zu den zuständigen Ärztekammern.
Bitte lesen sie auch den
Beipackzettel der Homepage und das Vorwort. Jeder Nutzer ist für die
Verwendung der hier gewonnenen Informationen selbst verantwortlich, es
handelt sich definitiv um keine Anleitung zur Selbstbehandlung. Es wird
keinerlei Haftung weder für die hier angebotenen Informationen noch für
die in den Links angebotenen Informationen übernommen. Sollten Sie Links
finden, die nicht (oder nicht mehr) seriös sind, teilen Sie mir dies bitte
mit, damit ich diese löschen kann. Der Autor übernimmt keinerlei Gewähr
für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der
bereitgestellten Informationen. Haftungsansprüche gegen den Autor, welche
sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die
Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die
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erfolgen dabei ständig in Anpassung an neue Literatur oder weil sich meine
Auffassung zu einem Thema aus anderen Gründen geändert hat. Dieser
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