Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Glossar Psychiatrie / Psychosomatik / Psychotherapie / Neurologie / Neuropsychologie
 

Dysarthrie

Mangelhafte Artikulation der Sprache aufgrund von Störungen der Muskelkontrolle. Am Sprechen sind insgesamt etwa 100 Muskeln beteiligt, jeder Muskel enthält über 100 motorische Einheiten, von denen in einem gegebenen Augenblick etwa 10 aktiv sind. Beim Sprechen werden im Durchschnitt 14 Laute pro Sekunde geäußert. Daraus folgt, dass pro Sekunde 14000 verschiedene neuromuskuläre Ereignisse oder Ereigniskombinationen im korrekten Zeitablauf der Innervation zu sprechmotorischen Leistungen koordiniert werden müssen. Die am Sprechvorgang beteiligten Systeme sind die Atmung, die Phonation (Stimmgebung) und die Artikulation. Vereinfacht dargestellt wird beim Sprechen Luft aus den Lungen gepresst, durch das Schwingungsverhalten der Stimmlippen im Kehlkopf kann Stimmhaftigkeit erzeugt werden und im Vokaltrakt, dem Nasen- und dem Mundraum, werden durch die Bewegungen von Zunge, Lippen, Kiefer und Gaumensegel die Resonanzkonfigurationen der jeweiligen Sprachlaute erzeugt. Bei kortikalen, pseudobulbären, oder bulbären zentralen Bewegungsstörungen oder bei peripheren Lähmungen, bei Kleinhirnbedingten Koordinationsstörungen, bei Artikulationstörungen im Rahmen von Basalganglienerkrankungen. Der Sprechrhythmus oder die Sprechflüssigkeit kann verlangsamt oder beschleunigt (manchmal durch äußeren Anstoß leicht auslösbar aber kaum zu bremsen) sein. . Die für das Sprechen erfoderlichen Bewegungen sind abgeschwächt, verlangsamt, unkoordiniert und im Muskeltonus verändert. Sind neben der Artikulation auch die Stimmgebung (Phonation) und die Sprechatmung beteiligt, spricht man von einer Dysarthrophonie bzw. von einer Dysarthropneumophonie. Im Gegensatz zu den Aphasien betreffen die Sprechstörungen keine sprachsystematischen Leistungen wie etwa das Sprachverständnis, die Wortfindung oder die grammatikalische Korrektheit einer Äußerung, sondern entstehen insbesondere durch Lähmungen der Sprechorgane und manifestieren sich durch eine mehr oder minder starke Undeutlichkeit einer Äußerung. Das Sprechen wird als "verwaschen" wahrgenommen, wobei die Beeinträchtigung bis zur Unverständlichkeit (Anarthrie) reichen kann. Dysprosodie Verflachung der Sprachmelodie (Monotonie) und silbisches Sprechen . In manchen Fällen liegt ein Pseudoakzent vor (der Patient spricht als ob er einen ausländischen Akzent hätte. Dsyarthrien entstehen als Folge einer Schädigung des zentralen oder peripheren Nervensystems durch Schlaganfall, Hirntumor, Schädel-Hirn-Trauma, entzündlichen oder degenerative Erkrankungen. siehe auch unter Aphasie und unter Sprache
Beispiele für Mund und-, Zungen- und Gesichtsmotorikübungen bei Dysarthrie
Als Voraussetzung fiir eine gute Artikulation i s t die Beweglichkeit der  Mund-, Zungen - und Gesichtsmuskulatur notwendig. 
Mund locker öffnen und schließen
Auf  b l a -b l a  oder  j a -j a   Kiefer  locker  fallen  lassen
- Lippen kräftig nach vorne stülpen, Stift mit Oberlippe halten
- Lippen aufeinanderlassen und breitziehen, spitz- breit im Wechsel
- Lippen breitziehen und Zähne zeigen
- Wundwinkel abwechselnd nach rechts und links ziehen
- mit den Zähnen des Oberkiefers Unterlippekratzen
Mit den Zähnen des Unterkiefers Oberlippe kratzen
- Großes 0 formen, Lippen zu kleinem o zusammenziehen
- Oberlippe nach unten ziehen/ Unterlippe nach oben ziehen
- Lippen nach innen ziehen
- Sehmeckbewegungen der  Lippen
- Kinn hochziehen, Oberlippe runterziehen
- Wangen aufblasen, beid-  und einseitig
- Wangen einziehen
- Lippen-R ( Kutscher-R )
- Pfeifen : Mitte - rechts - links - oben - unten
- blasser in geschlossenem Mund halten, von einer Seite zur anderen bewegen
- Kau- und Schluckbewegungen
- Unterkiefer hin und her, vor und zurück bewegen
- Husten, Räuspern, Hauchen
- Gurgeln
Ãœbungen zur Verbesserung der Zungenmotorik:
- Zunge flach und ruhig auf dem Mundboden liegen lassen
- Zunge weit herausstrecken und gerade halten
- Zunge bei geöffnetem Mund raus und rein schieben, ohne Kieferbewegung
- Zunge nach oben strecken zur Nase
- Zunge nach unten strecken zum Kinn
- Zunge abwechselnd nach oben und unten bewegen
- Zunge bei offenem Mund zur rechten und linken Mundwand bewegen/ schnell hin und her bewegen
- Mit Zungenspitze Oberlippe abfahren
- Mit Zungenspitze Unterlippe abfahren
- Zunge auf den Lippen rechts herum/ links herum kreisen lassen ( langsam )
- Zunge zwischen den Zähnen festhalten
- Zunge abwechselnd in die rechte und linke Wange stecken, Lippen schließen
- Mit der Zungenspitze obere Zahnreihe abfahren, dabei Zahn für Zahn fühlen, dasselbe mit der untern Zahnreihe
- Zunge bei geschlossener Lippe vor den Zähnen kreisen lassen
- Zungenröllchen ( wenn vor der Schädigung auch gekonnt )
-Schnalzen mit der Zunge ( langsam )
- bei offenem Mund die Zungenspitze unter die unteren Schneidezähne legen und den Zungenkörper vor und zurück bewegen
- Zunge bei leicht geöffnetem Mund wie zum /n/ heben. Dann folgenden Silben artikulieren:
Die runden Vokale eignen sich für diese Übung weniger.
-ne-ne-ne-ne-ne-ne-ne-ne....
-ni -ni -ni -ni -ni -ni -ni ................
nä-nä,-nä.-nä,-nä-nä.-nä--nä.
na-na-na-na-na-na-na-na,..............................
-Dabei bleiben die Zungenränder fest an den oberen Backenzähnen, nur die Zungenspitze löst sich. Die Übung soll in Takt, mit Betonung der unterstrichenen Silben, zuerst ganz langsam, allmählich schneller, mit sehr kräftiger Zungenbewegung durch geführt werden.. Länge der Vokale übertreiben:
Rose - Hose - Mode - Moos - Ofen . . . . . . . . . . . . .
Maß- Habe - Hase - Haare - Laben ..............
Liebe - Hiebe - Sieb - Wie - Riegel ..........
Leben - Weben - Weber - Segen - Esel ..........
Rune - Rübe - rüber - über - Sud .............

 

 

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Insbesondere dem ICD 10, dem DSM IV, AMDP- Manual, Leitlinien der Fachgesellschaften, Lehrbuch VT von J.Mragraf, Lehrbuch der analytischen Therapie von Thomä und Kächele, Lexika wie dem Pschyrembel, verschiedene Neurologie- und Psychiatrielehrbücher, Literatur aus dem Web, außerdem einer Vielzahl von Fachartikeln aktueller Zeitschriften der letzten 10 Jahre.Möglicherweise sind nicht alle (insbesondere kleinere) Zitate kenntlich gemacht. Durch Verwendung verschiedener Quellen konnte eine Mischung aus den unterschiedlichen Zitate nicht immer vermieden werden. Soweit möglich wird dies angezeigt. Falls sich jemand falsch oder in zu großem Umfang zitiert findet- bitte eine E-Mail schicken. Bitte beachten Sie: Diese Webseite ersetzt keine medizinische Diagnosestellung oder Behandlung. Es wird hier versucht einen Überblick über den derzeitigen Stand der medizinischen Forschung auch für interessierte Laien  zu geben, dies ist nicht immer aktuell möglich. 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Dieser weiß in der Regel über die hier dargestellten Sachverhalte gut Bescheid und kann Ihren individuellen Fall und Ihre Beschwerden besser einordnen- was für einen bestimmten Patienten nützlich ist, kann einem anderen schaden.  Selbstverständlich gibt es zu den meisten Themen unterschiedliche Auffassungen. Soweit möglich wird hier dargestellt, woher die Informationen stammen. In den meisten Fällen mit einem entsprechenden Link (da diese oft ohne Ankündigung geändert werden, sind diese leider nicht immer aktuell zu halten). Leider ist die zitierte Literatur nicht immer kostenfrei zugänglich. Die Beschränkung auf kostenfrei zugängliche Literatur würde manches sehr oberflächlich lassen. In der Regel versuche ich mich in der Darstellung an deutschen oder internationalen Leitlinien der Fachgesellschaften und Metaanalysen der Literatur zu orientieren. Auch dies ist nicht überall möglich. Zum einen gibt es nicht überall solche Leitlinien, zum anderen werden diese mir nicht immer sofort bekannt. Manche Leitlinien sind lange nicht aktualisiert worden und von neuerer Literatur überholt, bzw, ergänzungsbedürftig.  Wenn möglich sind im Text Links zu solchen Leitlinien eingebaut. Auch Leitlinien sind nur Orientierungen, sie schließen nicht aus, dass generell oder im Einzelfall Fehler enthalten sind oder diese im Einzelfall nicht anwendbar sind. Ziel der Darstellung ist hier definitiv nicht, mich als Experten für irgendeines der in der Homepage dargestellten Krankheitsbilder auszuweisen. Ich gehe davon aus, dass alle vergleichbaren Fachärzte für Neurologie, Psychotherapeutische Medizin und Psychiatrie ihre Patienten sorgfältig und genau so gut wie ich behandeln. Sollten Sie über eine Suchmaschine direkt auf diese Seite gekommen sein, werden Sie gebeten auch die Hauptseite aufzusuchen. Dort finden Sie einen Link zu den zuständigen Ärztekammern. 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